Aktualisiert 11.03.2014 10:30

Forscher jubelnNeuer Bluttest sagt Alzheimer voraus

Ein neuartiger Bluttest verrät mit mehr als 90-prozentiger Sicherheit, ob eine gesunde Person in den nächsten drei Jahren an Alzheimer erkranken wird.

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Bei dem neuen Test wird im Blut der Patienten nach Hinweisen auf eine Alzheimer-Erkrankung gesucht (Symbolbild).

Bei dem neuen Test wird im Blut der Patienten nach Hinweisen auf eine Alzheimer-Erkrankung gesucht (Symbolbild).

Dank eines neuen Verfahrens lässt sich erstmals mit hoher Gewissheit feststellen, ob ein Mensch in absehbarer Zeit an Alzheimer oder an einer sogenannt leichten kognitiven Beeinträchtigung erkranken wird, die als Vorstufe der neurodegenerativen Krankheit gilt. Das berichtet das Fachmagazin «Nature Medicine».

Bei dem neuartigen Test, den Forscher der Georgetown University, der University of Rochester und des UC-Irvine entwickelt haben, wird im Blut von Patienten nach zehn verschiedenen sogenannten Blutfett-Markern gesucht. Bei einer bestimmten Konzentration weisen sie auf die Demenzerkrankung hin. Diese Lipide entstehen bei der Zersetzung der Zellmembranen von Nervenzellen.

Das Verfahren ist ein grosser Fortschritt, denn bisher kann Alzheimer nur indirekt diagnostiziert werden, indem andere Formen von Demenz ausgeschlossen werden. Diese Vorgehensweise könnte ein Grund dafür sein, weshalb sich Alzheimer bisher nicht aufhalten liess, sagte der Neurologe Howard J. Federoff, einer der Studienautoren, gegenüber «Science Daily». Denn dieses Verfahren kostet Zeit und die Medikamente könnten erst spät — möglicherweise zu spät — verabreicht werden.

Zahl der Betroffenen steigt markant

Weltweit leiden derzeit rund 35,6 Millionen Menschen an Alzheimer, wobei die Zahl der Betroffenen weiter ansteigen dürfte. Nach Berechnungen der Weltgesundheitsorganisation WHO werden im Jahr 2050 bereits 115,4 Millionen Menschen an Alzheimer erkrankt sein.

Heilen lässt sich Alzheimer noch nicht, es gibt aber Möglichkeiten, den Verlauf zu verlangsamen. Patienten, bei denen Alzheimer nicht frühzeitig erkannt wird, haben eine durchschnittliche Lebenserfahrung von noch sieben Jahren.

Co-Autor Howard J. Federoff im Interview. (Video: Youtube/Georgetown University)

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