Dornach SO: Neuer Elterntaxi-Parkplatz vor Schule – «Mir fehlen echt die Worte»

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Dornach SONeuer Elterntaxi-Parkplatz vor Schule – «Mir fehlen echt die Worte»

Vor dem Schulhaus Brühl in Dornach haben Eltern, die ihre Kinder zur Schule fahren, einen eigens dafür vorgesehenen Platz erhalten. Anwohnende haben dafür kein Verständnis.

von
Vanessa Travasci
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Dieses Schild vor dem Schulhaus Brühl in Dornach SO sorgt aktuell für Aufregung im Netz.

Dieses Schild vor dem Schulhaus Brühl in Dornach SO sorgt aktuell für Aufregung im Netz.

GW/20min
Auch eine Bodenmarkierung für Elterntaxis wurde neu angebracht. 

Auch eine Bodenmarkierung für Elterntaxis wurde neu angebracht. 

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Der Plan der Gemeinde: Eltern, die ihre Kinder zur Schule fahren, können dort anhalten, um ihre Kinder rauszulassen. 

Der Plan der Gemeinde: Eltern, die ihre Kinder zur Schule fahren, können dort anhalten, um ihre Kinder rauszulassen. 

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Darum gehts

  • In Dornach SO gibt es jetzt einen Parkplatz für Elterntaxis.

  • Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen, können dort parken, um ihre Kinder aus dem Auto zu lassen. 

  • Dies stösst im Netz auf grosses Unverständnis. 

«Fehlt nur noch der Helikopter-Landeplatz auf dem Schulhausdach», schreibt ein User unter dem Facebook-Post der Gruppe «Du bisch vo Dornach wenn …». Dort sorgen Fotos der neuen Elterntaxi-Beschilderungen für eine hitzige Diskussion. Eltern, die ihre Kinder zur Schule fahren, haben vor dem Schulhaus Brühl einen eigenen signalisierten Platz dafür bekommen.

Auf dem Betonboden prangt seit wenigen Tagen ein breiter gelber Streifen mit der Aufschrift «Elterntaxi». Dazu gibt es die passende Beschilderung mit einem blauen P, damit allen klar ist, dass es Eltern erlaubt ist, mit dem Auto vorzufahren.

«Bedenklich, dass Gemeinde Elterntaxis explizit unterstützt»

Der Elterntaxi-Parkplatz polarisiert auf Facebook. Viele Kommentierende scheinen die Welt nicht mehr zu verstehen. «Das gibt es doch nicht? Mir fehlen echt die Worte», oder «Bedenklich, dass die Gemeinde und die Schulleitung Elterntaxis damit explizit unterstützen», schreiben Userinnen und User. Eine Frau schlägt ironisch vor, gleich ein Parkhaus und Café für die Eltern vors Schulhaus bauen zu lassen. 

Der Gemeinde Dornach sei völlig bewusst, dass der Begriff Elterntaxi negativ besetzt sei. «Ein Aspekt der Massnahme ist, dass wir mit der Beschilderung auf das Problem aufmerksam machen. Unsere Überlegung war, dass den  betroffenen Personen dann eventuell bewusst wird, dass sie Elterntaxis sind», erklärt der Dornacher  Gemeindepräsident Daniel Urech auf Anfrage.

Letzter Ausweg Fahrverbot

Zu oft sei es in der Vergangenheit zu gefährlichen Situationen mit Autos vor dem Schulhaus gekommen. Aufklärungsarbeit und Massnahmen hätten bisher die Wirkung verfehlt. Mit der klaren Beschilderung wolle man dem entgegenkommen, um die «sehr problematische Situation» zu verbessern, so Urech. «Wir verstehen die Kritik auf Facebook an Elterntaxis und sehen das absolut gleich. Eltern sollen ihren Kindern das Schulweg-Erlebnis lassen», sagt er und fügt an: «Wenn es mit der jetzigen Beschriftung nicht zu einer Verbesserung kommt, stellt sich die Frage nach einem temporären Fahrverbot vor der Schule.»

Immer wieder kommt es wegen des elterlichen Chauffeurdienstes zu gefährlichen Situationen. Im Thurgau hat letztes Jahr eine Mutter dabei eine Katze überfahren. Die Problematik ist auch in Baselbiet bekannt. Dort versucht der Kanton seit 2017, die Elterntransporte mit einer Kampagne zu reduzieren, damit die Kinder den Schulweg zu Fuss oder per Velo erleben können. Im solothurnischen Derendingen wurde vor einer Schule 2019 das amerikanische Modell «Kiss&Ride» eingerichtet, das der Dornacher Massnahme nahekommt.

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