Kanton Genf: Neuer Fall von Affenpocken in der Schweiz – Person kehrte aus Spanien zurück
Publiziert

Kanton GenfNeuer Fall von Affenpocken in der Schweiz – Person kehrte aus Spanien zurück

Das Bundesamt für Gesundheit meldet einen weiteren Fall von Affenpocken. Diesmal ist es eine Person im Kanton Genf. Sie wurde isoliert. 

von
Karin Leuthold
1 / 17
Waren frühere Affenpockenfälle ausserhalb Afrikas immer mit Reisen in Gebiete, in denen die Erkrankung endemisch ist oder mit Kontakt zu Reiserückkehrenden oder kontaminierten Materialien verbunden, ist das jetzt anders.

Waren frühere Affenpockenfälle ausserhalb Afrikas immer mit Reisen in Gebiete, in denen die Erkrankung endemisch ist oder mit Kontakt zu Reiserückkehrenden oder kontaminierten Materialien verbunden, ist das jetzt anders.

WHO/Nigeria Centre for Disease Control
Es ist das erste Mal, dass in Europa und den USA Infektionsketten von Affenpocken ohne bekannte Verbindung zu West- oder Zentralafrika beobachtet wurden. Am Freitag gab es laut dem Berliner Immunologen Leif Erik Sander  «108 (Verdachts-)Fälle in zehn Ländern ausserhalb Afrikas». 

Es ist das erste Mal, dass in Europa und den USA Infektionsketten von Affenpocken ohne bekannte Verbindung zu West- oder Zentralafrika beobachtet wurden. Am Freitag gab es laut dem Berliner Immunologen Leif Erik Sander  «108 (Verdachts-)Fälle in zehn Ländern ausserhalb Afrikas». 

Twitter.com/@Sander_Lab
Esther Künzli, Stellvertretende Chefärztin vom Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Institut, sieht dennoch keinen Grund zur Panik: «Nach derzeitigem Kenntnisstand brechen die Ansteckungsketten bei dem Affenpockenvirus meistens relativ schnell ab, es gab nur sehr selten sogenannte tertiäre Fälle, also Fälle, bei denen die zweite infizierte Person eine dritte ansteckt.»

Esther Künzli, Stellvertretende Chefärztin vom Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Institut, sieht dennoch keinen Grund zur Panik: «Nach derzeitigem Kenntnisstand brechen die Ansteckungsketten bei dem Affenpockenvirus meistens relativ schnell ab, es gab nur sehr selten sogenannte tertiäre Fälle, also Fälle, bei denen die zweite infizierte Person eine dritte ansteckt.»

Mimmo Muscio

Darum gehts

Ein Fall von Affenpocken wurde am Dienstag im Kanton Genf bestätigt, wie die Staatskanzlei mitteilt. Die infizierte Person war aus Spanien zurückgekehrt. Sie wurde mittlerweile isoliert und befindet sich in gutem Zustand, heisst es weiter.

Der Zustand der infizierten Person erfordere keine Hospitalisierung, erklärte das Gesundheitsdepartement. Es wird eine epidemiologische Untersuchung durchgeführt, um Personen, die möglicherweise mit der Krankheit in Berührung gekommen sind, zu warnen.

Personen mit Symptomen sollten einen Arzt aufsuchen

Die Gesundheitsbehörden empfehlen keine besonderen Vorsichtsmassnahmen für den Rest der Bevölkerung. Dennoch sollte man bei Symptomen wie Fieber, Muskelkater, Schwäche und Hautveränderungen einen Arzt aufsuchen.

Erst am Samstag war der erste Affenpocken-Fall in der Schweiz gemeldet worden. Dabei handelt es sich um eine Person aus dem Kanton Bern.

«Die Krankheit verläuft in der Regel mild. Personen mit Symptomen sollten einen Arzt aufsuchen», schreibt das BAG weiter. Es beobachte die Situation aufmerksam, in Abstimmung mit der ECDC und der WHO, und informiere über die weiteren Entwicklungen, heisst es auf der Website.

Isolation, bis die Bläschen eintrocknen 

Obwohl immer mehr Länder Infektionen mit dem Affenpockenvirus melden, glaubt Esther Künzli vom Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Institut, dass es keinen Grund zur Sorge gebe. «Nach derzeitigem Kenntnisstand brechen die Ansteckungsketten bei dem Affenpockenvirus meistens relativ schnell ab, es gab nur sehr selten sogenannte tertiäre Fälle, also Fälle, bei denen die zweite infizierte Person eine dritte ansteckt. Die längste beschriebene Kette umfasste sieben Übertragungen», sagte Künzli im Interview mit 20 Minuten.

Die Krankheit wird durch Tröpfchen übertragen. Nach einer Infektion verstreichen in der Regel mehrere Tage, bis sich Symptome zeigen. Infizierte müssen laut Fachleuten so lange in die Isolation, bis die Bläschen auf der Haut sich in Krusten verwandelt haben. In der Schweiz ist das antivirale Medikament Tecovirimat, das zur Behandlung genutzt wird, laut der «NZZ am Sontag» nicht zugelassen.

Derzeit rät das Bundesamt für Gesundheit, dass Personen nach Reisen aus einem Risikogebiet (West- und Zentralafrika) den Gesundheitszustand beobachten. Verdachtsfälle sollten dann isoliert, getestet und umgehend den Kantonsärztinnen und Kantonsärzten sowie dem BAG gemeldet werden. Wie lange die Isolation dauert, wird in Rücksprache mit den Kantonsärztinnen und Kantonsärzten bestimmt. 

Deine Meinung