Leptospirose: Neuer Impfstoff soll Hunde vor dem Tod retten
Aktualisiert

LeptospiroseNeuer Impfstoff soll Hunde vor dem Tod retten

Hunde, die aus Pfützen trinken, sind in Todesgefahr: Leptospiren können zu Nierenversagen führen. Gleich drei Tiere wurden letzte Woche in Hünenberg hospitalisiert. Nun gibt es Hoffnung: Ein neuer Impfstoff ist auf dem Markt.

von
Daniela Gigor
Tierarzt Alexander Gerold untersucht Lenny, der an der heimtückischen Leptospirose erkrankt war.

Tierarzt Alexander Gerold untersucht Lenny, der an der heimtückischen Leptospirose erkrankt war.

«Lenny ist einer von drei Hunden mit Leptospirose, die wir letzte Woche erfolgreich stationär behandelt hatten», sagt Tierarzt Alexander Gerold von der Ennetsee Klinik für Kleintiere in Hünenberg. Der Hund nimmt die Bakterien auf, wenn er aus stehenden Gewässern wie etwa Pfützen trinkt oder eine Pfotenverletzung hat und mit den Leptospiren in Kontakt kommt.

Ungefähr nach einer Woche treten erste Symptome wie Appetitlosigkeit oder Apathie auf. Erbrechen und Durchfall können dabei einer Magen-Darm-Erkrankung ähneln.

Antibiotika und Infusionstherapie nötig

Darum rät Gerold bei solchen Symptomen in den Sommermonaten, eine Blut- und Harnuntersuchung vorzunehmen. «Hat der Tierarzt danach einen Verdacht auf Leptospirose, schickt er eine zweite Harnprobe in ein spezialisiertes Labor», so Gerold. Wird diese Krankheit diagnostiziert, erhalten betroffene Hunde unter anderem Antibiotika zum Abtöten der Leptospiren und eine aggressive Infusionstherapie zur Unterstützung der Nierenfunktion. Werden Leptospiren zu spät diagnostiziert, kann der betroffene Hund an einem Nierenversagen sterben.

Vielversprechender Impfstoff jetzt erhältlich

Gerold hofft, dass er bald keinen Hund mehr gegen Leptospirose behandeln muss: «Anfänglich erst auf den Herbst angekündigt ist ein neuer Impfstoff bereits jetzt auf den Markt." Das Produkt mit dem Namen Nobivac® LEPTO 6 schützt Hunde gegen die sechs verschiedenen krankheitserregenden Stämme der Leptospirose, die Hunde in der Schweiz krank machen. Die neue Imfpung bietet damit einen besseren Schutz als die bisherige kombinierte Impfung. Gerold empfiehlt, erwachsene Hunde einmal pro Jahr impfen zu lassen.

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