Per Gericht: Neuer Kampf um Vaterschaftsurlaub
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Per GerichtNeuer Kampf um Vaterschaftsurlaub

Die Befürworter einer Babypause für Männer geben sich nicht geschlagen. Nun wollen sie mit einem Musterprozess für ihr Anliegen in der Schweiz kämpfen.

von
bat
Die Befürworter des Vaterschaftsurlaubs wollen nötigenfalls bis vor den Gerichtshof für Menschenrechte gehen.

Die Befürworter des Vaterschaftsurlaubs wollen nötigenfalls bis vor den Gerichtshof für Menschenrechte gehen.

Die Schweizer Männer sollen mehrere Wochen Babypause erhalten. Die eidgenössischen Räte haben die Forderung nach einem Vaterschaftsurlaub schon mehr als zwei Dutzend Mal abgelehnt. Nun greifen die Befürworter einer Babypause für Väter gemäss der «NZZ am Sonntag» zu einem anderen Mittel: Mit einem Musterprozess, bei dem sie bis ans Bundesgericht und nötigenfalls sogar bis an den Gerichtshof für Menschenrechte gehen wollen, beabsichtigen sie, den Vaterschaftsurlaub in der Schweiz gegen jegliche politischen Widerstände durchzusetzen.

Das Berner Elternpaar, in dessen Namen der Prozess angestrengt wird, kann dabei auf das verzweigte Netzwerk «Gleichberichtig» zählen. Dessen Patronatskomitee gehören Nationalräte von SVP, FDP, CVP und SP sowie etwa der bekannte Kinderarzt und Buchautor Remo Largo an. Vor Gericht vertritt die Rechtsanwältin und Titularprofessorin an der Universität St. Gallen, Regula Kägi-Diener, den Fall. Sie fordert für ihren Mandanten einen Vaterschaftsurlaub von sechs Wochen.

Bindung für Väter

Dabei argumentiert sie mit dem Mutterschaftsurlaub, der insgesamt 14 Wochen dauert. Die ersten acht Wochen, während deren für die Frauen ein Arbeitsverbot gilt, dienten der Erholung nach der Geburt, diese stünden zwingend nur den Müttern zu, sagt Kägi-Diener. Die übrigen sechs Wochen hätten dann vielmehr die Bindung zwischen Mutter und Kind zum Zweck: Es wäre wichtig, dass auch dem Vater eine solche Möglichkeit zusteht, sagt die Juristin.

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