Basel: Neuer Knast für extrem ­gefährliche Jungtäter
Aktualisiert

BaselNeuer Knast für extrem ­gefährliche Jungtäter

In der Uni-Klinik entsteht eine Abteilung für die gefährlichsten jugendlichen Straftäter der Schweiz. Rund ein Dutzend Plätze stehen ab 2010 bereit.

von
Jonas Hoskyn

In Basel befinden sich zurzeit drei Jugendliche auf der forensischen Abteilung der Universitären Psychiatrischen Klinik (UPK) in Haft – zwei wegen einem Tötungsversuch, einer wegen massiven sexuellen Übergriffen. Weil es für sie bisher keine eigene Abteilung gibt, sitzen sie zusammen mit erwachsenen Straftätern in der forensischen Klinik ein. Nun planen die Jugendstaatsanwaltschaft Basel und die UPK eine eigene Abteilung für Jugendstraftäter mit psychischen Problemen – die ­erste in der Schweiz. Entsprechend werden auch Straftäter aus anderen Kantonen aufgenommen.

Rund ein Dutzend Plätze umfasst die Abteilung, die nächstes Jahr in Betrieb geht. Reserviert sind sie nur für extrem gefährliche Jugendliche mit grossen psychischen Problemen – sprich schwer Delinquente und Sexualstraf­täter. «Solche Behandlungen dauern in der Regel sehr ­lange», so Professor Klaus Schmeck, Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie der UPK. «Wenn jemand so früh schon in solcher Art straf­fällig wird, weist das auf grosse Probleme hin.» Andererseits gebe es bei Jugendlichen mehr Ansatzpunkte für eine Therapie als bei Erwachsenen – es bestehe also auch mehr Hoffnung.

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