Aktualisiert 25.06.2009 09:17

UBSNeuer Kopf für alte Strategie

Die Stunde der UBS schlägt um sieben. Zumindest in diesem Jahr der grossen Umbrüche liefert die Grossbank oft zwei Stunden vor Börsenstart Neuigkeiten. Heute ist es die Wahl von Chi-Won Yoon, der neuer Asienchef der UBS wird und in dieser Funktion einen der letzten der alten Ospel-Mannschaft, Rory Tapner, ablöst.

von
Lukas Hässig

Tapner war einer der bestbezahlten UBS-Manager, weil sein Laden in Fernost im Unterschied zum einbrechenden Handels- und US-Business auch in der Krise blühte. Jetzt geht der UBS-Veteran nach 25 Jahren von Bord.

Der Neue, Chi-Won Yoon, der vor 12 Jahren zur UBS gestossen war und im Investmentbanking die Karriereleiter erklommt, gehört zur Generation der 40- bis 50-Jährigen, welche die angeschlagene Bank in eine neue Zukunft führen muss. Seine Wahl ist einer der wichtigsten Personalentscheide von UBS-CEO Oswald Grübel.

Integriert or not integriert – das ist die Frage

Zuvor hatte er die Spitze der Investmentbank mit Leuten seines Vertrauens besetzt und mit Ulrich Körner, den er von der CS her kannte, einen Organisator verpflichtet, der die Bank effizient machen und strategisch neu ausrichten soll.

Die neue Strategie nimmt immer mehr Form an. Nicht überraschend für das Gespann Grübel/Körner: Es ist die gleiche, die die UBS schon früher hatte und die CS bis heute pflegt.

Integriert soll die Bank sein, mit den drei Pfeilern Vermögensverwaltung, Asset Management und Investmentbanking, um den weltweit tätigen Kunden die ganze Palette von Dienstleistungen offerieren zu können. Auf das in Verruf geratene Handelsgeschäft will man nicht verzichten.

Dabei hatte die Nationalbank (SNB) erst letzte Woche die Diskussion um eine Aufspaltung der Grossbanken angeheizt. Der designierte SNB-Präsident Philipp Hildebrand machte klar, dass die beiden Grossbanken CS und UBS zu gross seien für die Schweiz.

Kritik der SNB lässt Grübel kalt

Ein Untergang eines der Institute bedeute eine existenzielle Gefahr für die ganze Volkswirtschaft. Ergo müsse man sich eine Aufspaltung dieser Finanzmultis überlegen. Auch eine Beschränkung des Marktanteils im Inland könne Abhilfe schaffen.

Davon wollen Grübel & Co. an der UBS-Spitze offenbar nichts wissen. Dass die Bank sich nicht vom alten Weg abbringen lassen will, macht der Wortlaut im heutigen Communiqué klar.

Am One-Bank-Modell festhalten

«Ich habe die spannende Möglichkeit, an der Führung einer UBS mitzuwirken, die im asiatisch-pazifischen Raum in den Bereichen Investment Banking, Wealth Management und Asset Management solide und breit aufgestellt ist», lässt sich der neue Asienchef Chi-Won Yoon zitieren. Die Betonung auf die drei Bereiche zeigt: Die UBS hält am One-Bank-Modell fest.

Im Text loben sich die Schweizer für ihre Führungsposition in Asien. «UBS beschäftigt im asiatisch-pazifischen Raum über 9500 Mitarbeiter. UBS ist der grösste und führende Vermögensverwalter der Region, wie Unternehmensumfragen wiederholt bestätigt haben», heisst es da.

Im Aktiengeschäft habe man in der Region Asia Pacific «eine beispiellose Führungsposition» behaupten können und auch im Geschäft mit neuen Börsengängen und Fusionsberatungen habe die Bank von 2006 bis 2009 mehr Kommissionen erwirtschaftet als ihre Konkurrenten.

New UBS ist gleich old UBS minus ein paar Länder

Es schält sich eine neu-alte UBS heraus. CEO Grübel hat die Führung weitgehend ausgewechselt, nur in der Vermögensverwaltung stehen noch Leute an der Spitze, die von Grübel-Vorgänger Marcel Rohner bestimmt worden sind.

Grübels personelle und strategische Entscheide weisen in Richtung global aufgestellte, auf drei Beinen stehende und integrierte UBS hin.

Dafür geht die Bank geographisch über die Bücher. Wo sie nicht zur Spitze zählt, zu wenig verdient oder durch einen Verkauf frisches Kapital beschaffen kann, zieht sie sich zurück, wie das Beispiel des Verkaufs des Brasiliengeschäfts zeigt.

Grösstes Fragezeichen bleibt, wie sich die UBS in den USA positionieren will, wo sie zu den wichtigsten Finanzdienstleistern zählt, über die Jahre aber vor allem hohe Verluste eingefahren hat.

Neuer UBS-Asienchef

Die Grossbank UBS hat Chi-Won Yoon zum Leiter der Marktregion Asia Pacific ernannt. Yoon nimmt in dieser Funktion auch Einsitz in der Konzernleitung. Der 50-jährige Koreaner tritt die Nachfolge von Rory Tapner an, der die UBS nach 25 Jahren verlässt. Yoon, der seit 1997 für die UBS arbeitet, tritt die neue Stelle mit sofortiger Wirkung an. Die Grossbank beschäftigt im asiatisch-pazifischen Raum über 9500 Mitarbeitende. Sie ist nach eigenen Angaben der grösste und führende Vermögensverwalter der Region.

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