Goldau: Neuer Leitwolf protzte mit Biss in Bärenhintern
Aktualisiert

GoldauNeuer Leitwolf protzte mit Biss in Bärenhintern

Führungswechsel im Wolfsrudel Goldau: Antares heisst das neue Leittier, das sich gegen den alten Boss Samu durchgesetzt hat. Seinen Mut bewies der Neue, indem er Bären ärgerte.

von
emi

Tierpflegerin Priska Steiner: «Leitwolf Antares hat das Gefühl, ihm gehöre die ganze Welt.»

Der dreijährige Wolf Antares hat es geschafft: Er ist der neue CEO im Goldauer Wolfsrudel. Er löste den alten Leitwolf Samu ab. Anzeichen über den Chefwechsel gab es bereits im Winter, als Antaras ein ungewöhnliches Verhalten an den Tag legte: «Er packte einen Bären am Hinterteil und versuchte, ihm das Futter zu stehlen», sagt Tierpflegerin Priska Steiner.

Wahrscheinlich wollte Antares mit dem Bärenbiss den anderen Tieren imponieren. In Goldau leben Bären und Wölfe in einem gemeinsamen, grossen Gehege.

Führungswechsel war überraschend und harmonisch

Der Wechsel an der Spitze des Rudels lief dann aber ganz harmonisch. Zurückzuführen sei dies auf den sanftmütigen Charakter des alten Alpha-Wolfes, teilte der Tierpark Goldau mit. «Als der Jüngling angefangen hat, sich in Pose zu setzen, hat Samu aufgehört, seine Alpha-Rolle zu verteidigen. Er hat sich Antares schliesslich unterworfen.»

Der Führungswechsel sei aber dennoch überraschend und unerwartet gewesen. «Samu ist eigentlich stark genug und mit sieben Jahren noch im besten Wolfsalter», sagt Priska Steiner, Tierpflegerin im Natur- und Tierpark Goldau. Er sei immer ein friedlicher und selbstbewusster Rüde gewesen. «Allerdings habe ich immer das Gefühl gehabt, dass er die Führungsrolle lediglich übernommen hat, weil er musste», sagt Steiner, die dem neuen Leitwolf seinen Namen gab.

Im Rudel regieren zwei Alpha-Tiere

Es gibt in der Tierwelt kaum ein komplexeres Sozialsystem als jenes eines Wolfsrudels. Ein Wolf kann neben seiner Körpersprache mit Schwanz, Ohren und Gesichtsausdruck auch mit Düften und einer Vielzahl von Lauten zu kommunizieren. Bei günstigen Wetterbedingungen ist das Heulen eines Wolfes kilometerweit zu hören. In einem Rudel gibt es immer zwei Leittiere, einmal ein Weibchen (Fähe) und einmal ein Männchen (Rüde).

Rüde und Fähe erlauben keinem anderen Mitglied im Rudel eine Paarung. Ihre Jünglinge werden vom Rudel gemeinsam aufgezogen. Mit seiner selbstgewählten Beförderung hat sich Antares also auch gleich die Aussicht auf die grosse Liebe ermöglicht: Mit Leitwölfin Ronja könnte er dereinst Jungtiere zeugen.

Im Tierpark Goldau gibts insgesamt fünf Wölfe, die gemeinsam mit den syrischen Braunbären auf einer 20'000 Quadratmeter grossen Gemeinschaftsanlage leben.

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