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«Innocence of Muslims»Neuer Name für den Mohammed-Regisseur

Der Fall des Produzenten des international kritisierten Mohammed-Schmähvideos wird immer rätselhafter: Er heisse gar nicht Nakoula Basseley Nakoula, sagte der mutmassliche Regisseur.

Vor Gericht in Los Angeles identifizierte sich am Donnerstag der Regisseur des Mohammed-Films (Ortszeit) mit einem neuen Namen. Nakoula Basseley Nakoula sagte der Richterin, er heisse in Wirklichkeit Mark Basseley Yousseff. Diesen Namen nutze er seit dem Jahr 2002, obwohl er in einem Verfahren wegen Betrugs, für den er 2010 verurteilt wurde, den Namen Nakoula angegeben hatte. Die Richterin entschied, dass er bis zu einer weiteren Prüfung in Untersuchungshaft bleibt, eine Freilassung auf Kaution lehnte sie ab.

Zuvor hatte der mutmassliche Filmproduzent nach Auskunft des Staatsanwalts überraschend abgestritten, unter dem Namen «Sam Bacile» den islamfeindlichen Film «Die Unschuld der Muslime» hergestellt zu haben. Er habe lediglich das Skript verfasst, sagte er demnach. Nakoula war am Donnerstag in Kalifornien nicht wegen des Films festgenommen worden, sondern wegen des Vorwurfs, gegen seine Bewährungsauflagen aus dem Betrugsverfahren von 2010 verstossen zu haben. Er war damals zu 21 Monaten Haft verurteilt worden und mit zahlreichen Bewährungsauflagen entlassen worden.

Demnach darf der heute 55-Jährige fünf Jahre lang ohne vorherige Erlaubnis weder Computer noch das Internet nutzen oder unter falschem Namen auftreten. Staatsanwalt Robert Dugdale erklärte allerdings, der Film spiele doch eine gewisse Rolle bei der Festnahme. Schliesslich bestehe die Gefahr, dass Nakoula wegen des Aufruhrs um den Film versuchen könnte zu fliehen.

Von dem Film ist nur der 14-minütige Trailer im Internet bekannt. Die Schmähungen Mohammeds darin führten zu gewalttätigen Protesten in zahlreichen muslimischen Ländern. Dabei wurden bisher etwa 50 Menschen getötet, darunter auch der US-Botschafter in Libyen. Ein pakistanischer Minister und die Taliban haben für Nakoulas Ermordung ein hohes Kopfgeld versprochen.

Bei Verurteilung drohen bis zu zwei Jahre Haft

Nakoulas Anwalt, Steven Seiden, hatte die Freilassung seines Mandanten gegen eine Kaution von 10 000 Dollar beantragt. Der Beschuldigte habe sich regelmässig bei seinen Bewährungshelfern gemeldet und nicht versucht, Kalifornien zu verlassen, sagte er. Ausserdem drohten Nakoula im Gefängnis Übergriffe muslimischer Mitgefangener. Der Filmemacher könnte wegen des Verstosses gegen seine Auflagen zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt werden.

Nakoula, ein ursprünglich aus Ägypten stammender koptischer Christ, war untergetaucht, nachdem er als mutmassliche Schlüsselfigur hinter dem umstrittenen Film identifiziert worden war. Zuvor hatte er Medienvertretern gesagt, er habe den Film unter dem Namen «Sam Bacile» gemacht. Diese waren auf der Suche nach diesem «Sam Bacile» auf Nakoula Basseley Nakoula in Cerritos, einem Vorort von Los Angeles, gestossen. US-Bundesbehörden bestätigten, dass Nakoula hinter dem Film stecke. (dapd)

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