Aktualisiert 21.04.2006 19:44

Neuer Ölpreis-Rekord: Über 75 Dollar pro Fass

Gesunkene Rohöl- und Benzinvorräte in den USA und der Atomstreit mit dem Iran haben die Ängste vor einem weltweiten Versorgungsengpass weiter angeheizt.

Der US-Ölpreis hat am Freitag seine Rekordjagd fortgesetzt und ist im späten Handel erstmals über die Marke von 75 US-Dollar geklettert. Der Preis für ein Barrel Rohöl der US-Sorte WTI mit Auslieferung im Juni legte in der Spitze auf 75,35 Dollar zu. Zuletzt kostete ein Barrel mit 75,24 Dollar noch 1,52 Dollar mehr als am Vortag.

Die Sorge vor Versorgungsengpässen und einer Eskalation im Atomstreit mit dem Iran nannten Händler neben der Gewalt im Ölförderland Nigeria als Gründe.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad zeigte sich zufrieden über die derzeitigen Rekordpreise für Erdöl. Die reichen Industrieländer, die Milliarden Dollar an Einkommen hätten, müssten «den wahren Ölpreis bezahlen», sagte Ahmadinedschad.

Mehr forderte er das Land jedoch auf, sich nicht nur auf die Einnahmen durch Öl zu verlassen und auch an anderen Quellen zu arbeiten. Über das Öl- und das Aussenministerium versuche Iran, die ärmeren Länder vor einem weiterem Ölpreisanstieg zu schützen, erklärte Ahmadinedschad.

Auch warnende Stimmen

Auch der iranische Ölminister Kasem Wasiri-Hamaneh zeigte sich erfreut über die hohen Ölpreise und sprach sich gegen eine Änderung der OPEC-Fördermenge aus. Derzeit fördern die elf Mitgliedsländer der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) pro Tag rund 28 Millionen Fass Öl. Iran ist der weltweit viertgrösste Öl-Lieferant.

Der iranische Ölminister warnte gleichzeitig vor Konsequenzen eines weiteren Preisanstiegs, insbesondere Inflation und steigenden Produktionskosten. Teheran hatte den Westen mehrmals gewarnt, dass eine Eskalation im Atomstreit eine internationale Energiekrise verursachen und einen Ölpreis von über 100 Dollar pro Fass unausweichlich machen könnte. (sda)

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