BA.2 – Neuer Omikron-Subtyp wird immer mehr bei Geboosterten festgestellt
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BA.2 Neuer Omikron-Subtyp wird immer mehr bei Geboosterten festgestellt

Jüngste Daten aus Dänemark lassen aufhorchen: In dem Land, in dem die Zahl der täglichen Infektionen seit einigen Tagen wieder ansteigt, soll der Omikron-Subtyp BA.2 bereits die vorherrschenden Variante sein. Dabei sind 58 Prozent der Bevölkerung geboostert.

von
Karin Leuthold
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In Dänemark steigen seit Januar 2022 wieder die Spitaleinweisungen. Dabei werden 50 Prozent der Infektionen durch den Omikron-Subtyp BA.2 verursacht.

In Dänemark steigen seit Januar 2022 wieder die Spitaleinweisungen. Dabei werden 50 Prozent der Infektionen durch den Omikron-Subtyp BA.2 verursacht.

AFP
BA.2 ist ein Subtyp der ursprünglichen Coronavirus-Variante Omikron BA.1.

BA.2 ist ein Subtyp der ursprünglichen Coronavirus-Variante Omikron BA.1.

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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterscheidet bislang nicht zwischen Omikron und der Sub-Variante BA.2. 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterscheidet bislang nicht zwischen Omikron und der Sub-Variante BA.2.

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Darum gehts

Ein Subtyp der Coronavirus-Variante Omikron lenkt die Aufmerksamkeit der Wissenschaft auf sich. In Dänemark dürfte die Untervariante BA.2 gerade die ursprüngliche Omikron-Variante BA.1 verdrängen: Lag Ende 2021 der Anteil an Infektionen mit dieser Mutation bei knapp 20 Prozent, macht BA.2 inzwischen 50 Prozent aller Infektionen aus – Tendenz steigend. Muss man sich deswegen Sorgen machen?

Was ist BA.2 und wie gefährlich kann es werden?

Gegenüber dem österreichischen Nachrichtenportal «Der Standard» erklärte der Wiener Genetiker Ulrich Elling, dass sich die zwei Subtypen BA.1 und BA.2 voneinander recht erkennbar unterscheiden. Während die eine Hälfte des Genoms bei beiden Varianten fast identisch sei, ändere sich die andere stark.

Für die Professorin Christina Pagel, Leiterin der Forschungsabteilung am Londoner University College, zeigten die Zahlen aus Dänemark, dass der neue Subtyp besonders bei geboosterten Menschen auftaucht. «Es ist ein wenig seltsam, dass die Zahl der Fälle und Spitaleinweisungen in Dänemark immer noch zunimmt, während sie in Ländern wie Grossbritannien wieder sinken», schreibt sie auf Twitter. Laut «Our World in Data» wurden in Dänemark 58,5 Prozent der Menschen schon geboostert; in Grossbritannien hingegen haben nur 53 Prozent der Bevölkerung eine dritte Impfung erhalten.

Unklar ist, ob BA.2 andere Eigenschaften hat als BA.1, insbesondere was die Symptome oder die Schwere der Verläufe anbetrifft.

Wie viel Beachtung schenkt man dem Subtypen BA.2?

«Es gibt ziemlich regelmässig Varianten», erklärte der französische Gesundheitsminister Olivier Véran. Wie die Delta-Variante habe auch die Omikron-Variante bei ihrer Replikation «kleine Brüder» erzeugt: Subtypen, die sich vom ursprünglichen Genom nur durch ein oder zwei Mutationen unterscheiden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterscheidet bislang nicht zwischen Omikron und der Sub-Variante BA.2.

Kommen jetzt noch weitere Subtypen hinzu?

Leider ja. Der österreichische Virengenom-Experte Andreas Bergthaler erklärte, dass es pro Monat ungefähr zwei neue Virus-Varianten von Covid-19 gibt. Dennoch wies Bergthaler einmal mehr darauf hin, dass sich Sars-CoV-2 weniger schnell verändert als das Influenzavirus.

In welchen Ländern tauchte BA.2 schon auf?

Die Variante wurde bereits in mehreren Ländern insbesondere in Europa festgestellt. Neben Dänemark wurde mittlerweile auch in Grossbritannien, Norwegen und Schweden ein Anstieg der BA.2-Fälle verzeichnet.

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