Jugendliche in Bern: Neuer Partytempel für junge Nachtschwärmer

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Jugendliche in BernNeuer Partytempel für junge Nachtschwärmer

Am Wochenende öffnet in der Aarbergergasse der Club Einspruch. Auch 16- und 17-jährige geniessen dort Einlass. Jugendliche sollen mehr Möglichkeiten im Nachtleben erhalten.

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bho
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An der Aarbergergasse in Bern eröffnet am Wochenende vom 21. und 22. September 2018 ein neuer Partytempel.

An der Aarbergergasse in Bern eröffnet am Wochenende vom 21. und 22. September 2018 ein neuer Partytempel.

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Der Club Einspruch übernimmt die Location des ehemaligen Bonsoir Clubs. Geschäftsführer Philippe Eggenschwiler: «Nach der Schliessung des Bonsoir ging alles sehr schnell. Erst anfangs August haben wir die Arbeit aufgenommen.» Der Name des Clubs kommt nicht von ungefähr: «Einsprachen von Bewohnern waren schliesslich der Grund, wieso wir nun hier an diesem Ort sind.» Seit Jahren kämpft der Verein Tankere für einen Jugendclub an der Nägeligasse.

Der Club Einspruch übernimmt die Location des ehemaligen Bonsoir Clubs. Geschäftsführer Philippe Eggenschwiler: «Nach der Schliessung des Bonsoir ging alles sehr schnell. Erst anfangs August haben wir die Arbeit aufgenommen.» Der Name des Clubs kommt nicht von ungefähr: «Einsprachen von Bewohnern waren schliesslich der Grund, wieso wir nun hier an diesem Ort sind.» Seit Jahren kämpft der Verein Tankere für einen Jugendclub an der Nägeligasse.

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Mittelpunkt des Streits zwischen der Stadt Bern und Anwohnern sind die alten Räume der Sanitätspolizei an der Nägeligasse. Der Verein Tankere engagierte sich jahrelang dafür, dieses Gebäude in einen Jugendclub zu verwandeln. 1,95 Millionen Franken wollte die Stadt in den Umbau investieren. Die Tankere-Crew plante Konzerte, Partys, Workshops und vieles mehr. Doch bis heute ist das Projekt nicht realisiert worden. Grund dafür sind 72 Einsprachen, hauptsächlich aus dem Altenberg auf der anderen Aareseite, welche gegen das Bauprojekt eingegangen sind

Mittelpunkt des Streits zwischen der Stadt Bern und Anwohnern sind die alten Räume der Sanitätspolizei an der Nägeligasse. Der Verein Tankere engagierte sich jahrelang dafür, dieses Gebäude in einen Jugendclub zu verwandeln. 1,95 Millionen Franken wollte die Stadt in den Umbau investieren. Die Tankere-Crew plante Konzerte, Partys, Workshops und vieles mehr. Doch bis heute ist das Projekt nicht realisiert worden. Grund dafür sind 72 Einsprachen, hauptsächlich aus dem Altenberg auf der anderen Aareseite, welche gegen das Bauprojekt eingegangen sind

Keystone/Peter Schneider

Der Club mit dem klingenden Namen Einspruch eröffnet am Freitag und Samstag mit einer rauschenden Party. Wo früher der bekannte Szene-Club Bonsoir stand, wummern wieder die Bässe: Am Freitag ist Urban Musik angesagt, am Samstag kommen Fans der elektronischen Musik auf ihre Kosten. Bis 23 Uhr ist der Eintritt gratis, danach kostet er fünf Franken pro Person.

Geschäftsführer Philippe Eggenschwiler: «Nach der Schliessung des Bonsoir ging alles sehr schnell. Erst Anfang August haben wir die Arbeit aufgenommen.» Der Name des Clubs kommt nicht von ungefähr: «Einsprachen von Bewohnern waren schliesslich der Grund, wieso wir nun hier sind.» Seit Jahren kämpft der Verein Tankere für einen Jugendclub an der Nägeligasse. (siehe Box)

«Innenstadt bietet zu wenig für Jugendliche»

Einer der wenigen Treffpunkt für Jugendliche in der Stadt Bern ist jeweils die Reitschule. Jedoch finden die Jungen hier oft ein unsicheres Umfeld vor. Ausser der Reithalle gibt es in der Stadt Bern aktuell wenig Möglichkeiten für Jugendliche. Eggenschwiler: «Gerade in der Innenstadt wird zurzeit eindeutig zu wenig gemacht und geboten.»

Der Tankere-Verein umfasst rund 40 Personen, im Vorstand sind neun Personen. Seit Jahren kämpfen sie für mehr Frei- und Ausgehräume für Jugendliche. «Die Mitglieder sind zwischen 18 und 27 Jahre alt und daher nah am Puls der jungen Menschen», so Eggenschwiller.

Soziale Kompetenz anstatt Muskelmasse

Die Partys vom Wochenende sind bereits ab 16 Jahren zugänglich. Mittels verschieden farbiger Bändel ist das Alter der Gäste ersichtlich. Was aber, wenn ein Jugendlicher im Club trotzdem «verbotene» Getränke trinkt? «In diesem Fall werden wir das Gespräch suchen, die entsprechende Person aber nicht vor die Türe stellen», so Eggenschwiler. «Wir haben eine neue Security-Firma angestellt, welche das Personal diesbezüglich schult. Soziale Kompetenz anstatt Muskelmasse ist deren Devise», erklärt er.

Von Modeshows bis Poetry-Slam

Behauptungen, der neue Club würde von der öffentlichen Hand finanziert, kann Eggenschwiler nicht bestätigen: «Unser Betrieb wird selbst finanziert, lediglich die Miete und mein Lohn werden von der Stadt übernommen.» Natürlich hoffe er, mit den Veranstaltungen Geld zu machen.

Der Vertrag für die Bonsoir-Räume läuft bis Ende Januar 2020. Was für Pläne haben Eggenschwiler und sein Team mit dem neuen Club? «Je nachdem wie die ersten Monate laufen sind auch Veranstaltungen unter der Woche geplant.» Die Bandbreite der Events ist gross: «Wir wollen Kulturschaffende einbinden. Sei es nun mit einem Poetry-Slam-Event oder einer Modeschau.»

Streitpunkt Berner Jugendclub

Mittelpunkt des Streits zwischen der Stadt Bern und Anwohnern sind die alten Räume der Sanitätspolizei an der Nägeligasse. Der Verein Tankere engagierte sich jahrelang dafür, dieses Gebäude in einen Jugendclub zu verwandeln. 1,95 Millionen Franken wollte die Stadt in den Umbau investieren. Die Tankere-Crew plante Konzerte, Partys, Workshops und vieles mehr. Doch bis heute ist das Projekt nicht realisiert worden. Grund dafür sind 72 Einsprachen, hauptsächlich aus dem Altenberg auf der anderen Aareseite, welche gegen das Bauprojekt eingegangen sind. Die Einsprachen sind nach wie vor hängig und werden höchstwahrscheinlich erst Anfangs 2019 fertig behandelt sein. (bho)

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