Aktualisiert 21.07.2005 01:51

Neuer Rekord im Sexmilieu

Überangebot im Zürcher Horizontalgewerbe: Die Zahl der Prostituierten hat erneut einen Höchststand erreicht – und wird weiter zunehmen.

«Wegen dem Überangebot an Prostituierten hat sich die Situation im Zürcher Milieu verschärft», sagt Sepp Scheuber, stellvertretender Chef der Sittenpolizei, zu 20 Minuten.

Ein Blick auf die Halbjahresstatistik zeigt: Bis dato registrierte die Sitte 242 neue Prostituierte und 32 Aussteigerinnen. Damit sind zurzeit 3791 Prostituierte in der Stadt Zürich tätig. Ende 2004 waren es noch 3581, was schon damals ein Rekord war.

Nach wie vor steigen vermehrt Personen aus den EU-Staaten ins Gewerbe ein. «Mit der erweiterten Personenfreizügigkeit erwarten wir nochmals eine Zunahme», sagt Scheuber. Aber nicht nur die Zahl der legal arbeitenden Sexworkerinnen ist gestiegen: Im laufenden Jahr wurden bereits 137 Illegale aufgegriffen (2004 total 182).

Dass das Horizontalgewerbe boomt, zeigt auch die gestiegene Zahl der Massagesalons: Heute buhlen auf dem Stadtgebiet 408 Sexetablissements um die Gunst der Freier. Ende 2004 waren es insgesamt 396.

Der Polizei sind oft die Hände gebunden: «Wir haben ein echtes Problem. Obwohl wir im Dauereinsatz stehen, stossen wir oft an die Grenzen unserer Möglichkeiten», sagt Scheuber. Dies habe auch eine eingeschränkte Kontrolle bei der Fensterprostitution zur Folge. 57 Verzeigungen diesbezüglich hat die Sitte bis jetzt registriert. Im ganzen Jahr 2004 waren es 61.

(rom)

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