Neuer Rekordgewinn für die Post
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Neuer Rekordgewinn für die Post

Mit einem Rekordgewinn von 909 Millionen Franken im 2007 will die Post erstmals Geld an den Bund abliefern.

Der Eigner soll 250 Millionen Franken erhalten, wie Postchef Ulrich Gygi am Mittwoch bekannt gab. Zeit zum Ausruhen bleibt dem «Gelben Riesen» nach seiner Darstellung nicht.

Gygi sprach vor den Medien in Bern von einem «hervorragenden Ergebnis», welches vor allem den Mitarbeitern, den verbesserten Prozessen und der guten Wirtschaftslage zu verdanken sei. Der vorab angekündigte Sprung über die 900-Millionen-Franken-Grenze beim Reingewinn entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer Verbesserung um 8,6 Prozent oder 72 Millionen Franken. Beim Umsatz legte die Post um 10,3 Prozent auf 8,712 Milliarden Franken zu. Der Betriebsgewinn stieg um 5,2 Prozent auf 866 Millionen Franken. Die Betriebsgewinnmarge sank von 10,4 auf 9,9 Prozent.

Gewinn- und Umsatzwachstum wurden wesentlich durch die PostFinance geprägt. Das Betriebsergebnis der Finanzdienstleistungen stieg um knapp 30 Prozent auf den neuen Höchststand von 318 Millionen Franken. Das Ergebnis der Briefpost (PostMail) brach bei knapp gehaltenem Umsatz hingegen um 38 Prozent auf 236 Millionen Franken ein. Als Grund nannte die Postspitze in erster Linie die Kosten für die Inbetriebnahme neuer Briefzentren im Projekt Rema. Deutlich mehr Geld als im Vorjahr warf ausserdem der Bereich «Übrige» ab. Hier resultierte vor allem dank den Immobilien eine Zunahme des Betriebsgewinns um 47 Prozent auf 196 Millionen Franken. Der Verlust im Segment Poststellen und Verkauf wurde von 111 auf 25 Millionen Franken reduziert.

Dem Bundesrat beantragt der Verwaltungsrat, erstmals seit der rechtlichen Verselbstständigung vor zehn Jahren, 250 Millionen Franken an den Bund abzuliefern. Die Landesregierung hatte im Frühling 2007 beschlossen, dass Gewinnablieferungen an den Eigner schon dieses Jahr und nicht, wie von der Post geplant, erst nächstes Jahr möglich seien. Im diesjährigen Budget hatte der Bund allerdings nur mit 200 Millionen Franken gerechnet. Weitere 250 Millionen Franken aus dem Gewinn fliessen als Einmaleinlage in die Pensionskasse als Arbeitgeberbeitragsreserve, und 202 Millionen Franken sollen den Reserven der Post zugewiesen werden.

Gygi nahm kritische Fragen zum Ergebnis vorweg: Die Gewinne seien auch in Anbetracht der strategischen Ziele des Bundesrates angemessen. Die Schweizer Kunden bezahlten nicht zu hohe Preise. Zu weiteren Restrukturierungen sagte Gygi, die Post müsse weiter rationalisieren, auch wenn es gut gehe. «Wir wollen nicht warten, bis wir in den roten Zahlen sind», sagte Gygi.

«Uns stört die Gangart des Bundesrates eigentlich nicht», sagte Gygi zur Marktöffnung und der vom Bundesrat geplanten beschleunigten Senkung des Briefmonopols von 100 auf 50 Gramm. «Wir fordern einfach die entsprechenden Rahmenbedingungen», sagte der Postchef. Dazu gehörten auch obligationenrechtliche Anstellungsbedingungen ohne Abschlusspflicht mit den Gewerkschaften und Branchengesamtarbeitsverträge für alle Wettbewerber. Die Post wolle auch die Möglichkeit haben, die Grundversorgung zu überdenken und weiterzuentwickeln, sagte Gygi. (dapd)

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