Aktualisiert 19.07.2017 16:49

Kanton Schwyz

Neuer Rettungsdienst für Tiere in der Zentralschweiz

Wenn ein Haustier erkrankt oder ein Tier durch einen Unfall verletzt wird, gibt es nun auch in der Zentralschweiz erste Hilfe vor Ort: Ein Schwyzer hat einen Rettungsdienst aufgezogen.

von
Daniela Gigor
Marcel Henzen mit seinen beiden Hunden Jessi (l) und Rooky vor seinem Rettungswagen.

Marcel Henzen mit seinen beiden Hunden Jessi (l) und Rooky vor seinem Rettungswagen.

Hunde, Katzen oder andere Kleintiere: Tiere, die rasch medizinische Hilfe brauchen, sind ein Fall für Marcel Henzen aus Muotathal mit seinem Tierrettungsdienst. Henzen, der in der Humanmedizin den sogenannten First-Responder-Kurs absolviert hat, leistet dann erste Hilfe für das Tier. «Dabei geht es etwa darum, Blutungen zu stillen oder das Tier Mund-zu-Nase zu beatmen», sagt der 42-Jährige. Medikamente darf er keine abgeben: «Sollte eine Medikation vor Ort nötig sein, nehme ich mit Tierärzten Kontakt auf.»

Auch Tiertaxi im Angebot

Wenn nötig fährt Henzen das betroffene Haustier auch zu einem Tierarzt. Sein Auto ist mit einer speziellen Box für je einen Hund und eine Katze ausgerüstet. Zudem führt er Verbandsmaterial, Decken und einen 40-Liter Kanister mit frischem Wasser mit.

Neben dem Tierrettungsdienst betreibt Henzen auch noch ein Tiertaxi, etwa um blessierte Vierbeiner zum Tierarzt zu fahren. Weil Henzen während 24 Stunden erreichbar ist, kosten seine Taxi-Dienste 25 bis 30 Franken plus je 70 Rappen Kilometer-Entschädigung. Die Notfalltarife liegen zwischen 150 und 250 Fr. Rennt aber etwa ein streunender Hund einem Autofahrer in den Wagen, fallen für den Notrufenden keine Kosten an.

Idee wegen eigener kranker Hündin

Auf die Idee eines eigenen Tierrettungsdienstes kam Henzen an Weihnachten 2015: «Damals hatte meine Hündin Jessie eine Hirnhautentzündung und es ging ihr innert weniger Stunden sehr schlecht.» Weil Henzens Tierarzt die Diagnose nicht gleich stellen konnte, wurde die Boxerhündin an die Ennetseeklinik nach Hünenberg überwiesen, wo sie sich dann langsam wieder erholte. Ausserdem hat Henzen vor etwa 20 Jahren für einen Tierrettungsdienst in Zürich gearbeitet.

Kapo Schwyz zeigt Interesse

Henzens Dienst stösst auf positives Echo: «Ich finde diesen Dienst sinnvoll», sagt Helen Sandmeier, Sprecherin beim Schweizer Tierschutz STS. Sie begrüsst auch das Tiertaxi: «Es gibt immer wieder Menschen, etwa solche die keine Auto haben, die auf solche Dienste angewiesen sind.»

Aber auch die Kapo Schwyz kennt bereits Henzens Angebot, wie Sprecher Florian Grossmann bestätigt: «Bei Bedarf werden wir ihn kontaktieren.»

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