Fruchtfliege wütet: Neuer Schädling stürzt sich auf Obst und Beeren
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Fruchtfliege wütetNeuer Schädling stürzt sich auf Obst und Beeren

Sie ist klein - und hat einen Riesenhunger: Die japanische Fruchtfliege droht sich in der der Schweiz einzunisten. Im Tessin hat sich der eingewanderte Schädling schon über einen Grossteil der Heidelbeeren hergemacht.

Kirschen, Heidelbeeren, Pfirsiche: Die Drosophila suzukii fliegt auf Schweizer Beeren und Steinobst. (Bild: Wikipedia/M. Francisco)

Kirschen, Heidelbeeren, Pfirsiche: Die Drosophila suzukii fliegt auf Schweizer Beeren und Steinobst. (Bild: Wikipedia/M. Francisco)

Eine japanische Fruchtfliege, die Drosophila suzukii oder auch Kirschessigfliege genannt, droht in der Schweiz heimisch zu werden. Die Forschungsanstalt Agroscope Changins- Wädenswil ACW überwacht die Befallsherde und prüft verschiedene Bekämpfungsmöglichkeiten.

Der winzige Schädling liebt fast reife Beeren und Steinobst. Er lebt während 3 bis 9 Wochen, und die Weibchen legen während dieser Zeit durchschnittlich 400 Eier in gesunde Früchte, wie die ACW am Freitag mitteilte.

Die 1 bis 3 geschlüpften Larven pro Beere ernähren sich vom Fruchtfleisch. Deshalb ist eines der typischsten Befallssymptome, dass das Fruchtfleisch der befallenen Früchte in sich zusammenfällt.

Die Kirschessigfliege wurde im Juli erstmals in der Schweiz festgestellt und zwar an Beeren im Tessin und in Graubünden. Im Tessin wies eine Heidelbeerpflanzung einen starken Larvenbefall auf - der Schaden betraf 70 bis 80 Prozent der Früchte.

Ausbreitung erwartet

Ihr Auftauchen hatte die Forschungsanstalt befürchtet, denn aufgrund der Schäden, welche diese Fruchtfliege 2010 in Italien und Frankreich verursacht hatte, bildete die ACW bereits im Frühling 2011 eine Arbeitsgruppe.

Diese hat schweizweit Insekten-Fallen in Obstbauregionen aufgestellt und überwacht - und keine weiteren Befallsherde gefunden. Im Moment prüft die Forschungsanstalt ACW verschiedene Bekämpfungsmöglichkeiten.

Ihr Schädigungspotenzial und die Fähigkeit, gesunde Früchte kurz vor der Ernte zu befallen, machen die Kirschessigfliege allerdings zu einem schwer zu bekämpfenden Schädling. Darum ist davon auszugehen, dass sie sich in den nächsten Jahren in allen mittel- und südeuropäischen Ländern ausbreiten wird.

Die Arbeitsgruppe von Agroscope ACW untersucht gegenwärtig die Erfahrungen bei der Prävention und Bekämpfung in bereits befallenen Ländern und arbeitet an der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln. In Zusammenarbeit mit den bereits betroffenen Nachbarländern sind auch Bekämpfungsversuche geplant.

Aus Japan und den USA eingeschleppt

Ursprünglich stammt die Kirschessigfliege aus Japan. Sie wurde nach Nordamerika eingeschleppt und 2008 erstmals in Spanien festgestellt. Im November 2009 trat sie im italienischen Trentino und 2010 in Südfrankreich und Korsika auf. Sie verbreitet sich hauptsächlich über den Obsthandel. (sda)

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