Trotz teuren Öls: Neuer Schweizer Export-Rekord
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Trotz teuren ÖlsNeuer Schweizer Export-Rekord

Die Schweizer Wirtschaft hat den Überschuss in der Handelsbilanz im Mai auf Rekordhöhe gestemmt. Die Exporte übertrafen die Importe um 1,874 Mrd. Franken. Das sind fast 80 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der Wert der Exporte stieg um 3,2 Prozent auf knapp 17,5 Mrd. Franken. Um die markanten Preisaufschläge von durchschnittlich 7,4 Prozent bereinigt, ergibt sich allerdings eine Abnahme der Ausfuhren um 3,9 Prozent, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) am Donnerstag mitteilte.

Die Importe nahmen wertmässig um 1,8 Prozent auf rund 15,6 Mrd. Fr. ab. Trotz der hohen Erdölteuerung gingen die Importgüterpreise um 0,4 Prozent zurück. Teuerungsbereinigt schrumpften die Importe damit um 1,4 Prozent.

Bei Ein- und Ausfuhren verzerrten Sortimentsverschiebungen in der Pharmasparte die Preisentwicklung. So verbilligten sich die importierten Arzneimittelwaren statistisch um 21,9 Prozent. Dies liegt aber nicht in erster Linie an billigeren Produkten wie Generika, sondern an teils blockweise bezogenen sehr teuren Medikamenten.

Gefragte Luxusuhren

Nach Branchen blieben bei den Exporten aufgrund eines fehlenden Arbeitstags fast alle Branchen hinter dem bisherigen Jahresverlauf. Klar an der Spitze liegt die Uhrenindustrie mit einem Exportwachstum um ein Siebtel. Sie profitierte insbesondere von der Nachfrage nach Luxusuhren aus Ländern wie Singapur, den Vereinigten Arabischen Emiraten und in China.

Fast gleichauf mit der Uhrenindustrie folgen die Nahrungsmittel- und Genussmittelindustrie, die vor allem bei Kaffee und Getränken Exportzuwächse verzeichnete, sowie die Präzisionsinstrumente.

Am anderen Ende liegt die Textilindustrie mit Einbussen um fast ein Zehntel. Sechs von zehn Exportbranchen schlossen wachstumsmässig unter dem Vorjahresniveau.

Während die Exporte nach den Industrieländern stagnierten, nahmen jene nach den Entwicklungs- und den Schwellenländern um einen Fünftel respektive einen Sechstel zu. Der Versand nach der EU erhöhte sich um 2,3 Prozent. Die Importe waren mit Ausnahme der Schwellenländer aus allen Wirtschaftsräumen rückläufig.

Auf robustem Kurs

In den ersten fünf Monaten 2008 wuchs der Aussenhandel nominal robust, stiegen doch die Ausfuhren um 7,5 Prozent und die Einfuhren um 5,0 Prozent. Preisbereinigt nahmen die Exporte indes nur um 0,8 Prozent zu, während die Importe um 3,4 Prozent stiegen.

In der Handelsbilanz kumulierte sich ein grosser Überschuss von 7,3 Mrd. Franken. Er liegt damit um die Hälfte über der Vorjahresperiode. (sda)

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