Zürich: Neuer Service managt die Zeit nach der Trennung
Aktualisiert

ZürichNeuer Service managt die Zeit nach der Trennung

Ein gebrochenes Herz, dazu ein stressiger Job: Ein neuer Service kümmert sich im Trennungsfall um all die zeitraubenden Dinge, wie etwa die Suche nach einer neuen Wohnung.

von
Deborah Sutter
Firmengründerinnen Tina Bomhoff (l.) und Laurence Treceño. Foto: aebi

Firmengründerinnen Tina Bomhoff (l.) und Laurence Treceño. Foto: aebi

Die Ehe ist am Ende, die Ex sitzt in der gemeinsamen Wohnung, zusammen mit der geliebten Plattensammlung: Die Firma alias kümmert sich darum. «Anwälte oder Psychologen gibt es bereits, nur Leute, die einem den Alltag nach einer Trennung organisieren, nicht», sagt Tina Bomhoff, eine der Gründerinnen von alias. «Da es für unsere Kunden meist nicht einfach ist, die Trennung zu verarbeiten, kümmern wir uns auch um Unangenehmes», so Bomhoff. Dazu gehöre in erster Linie das Organisieren einer neuen Wohnung, könne aber auch das Abholen persönlicher Dinge bei der Ex-Frau beinhalten. Die Kunden seien vornehmlich Männer aus dem obersten Einkommenssegment, die wenig Zeit hätten, sich neben dem Job um anderes zu kümmern. «Es liegt im Trend, private Angelegenheiten an professionelle Anbieter abzutreten», ist die Unternehmerin überzeugt.

Der Geschäftsidee Recht gibt auch die anhaltend hohe Anzahl Scheidungen: Im Jahr 2010 wurden mehr als die Hälfte aller Ehen geschieden, ausserdem gibt es bei den Topmanagern überdurchschnittlich viele geschiedene Männer.

Der Paartherapeut Klaus Heer kritisiert den Trend allerdings: «Die praktischen Dinge helfen dabei, sich mit der Trennung auseinanderzusetzen.» Die Konfrontation sei wichtig, da sich der Verarbeitungsprozess sonst hinziehen oder festsetzen könne: «Das Sprichwort ‹Aus den Augen aus dem

Sinn› stimmt hier nicht», so Heer.

www.aliasgmbh.ch

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