Aktualisiert

Neuer Smart: Baden verboten!

Smart kriegt von DaimlerChrysler eine zweite Chance: Grösser, besser und attraktiver – so soll der Stadtfloh ab April auf Kundenfang gehen.

Originalität ist das A und O des Erfolges von Smart – wobei die Sache mit dem Erfolg ja auch eine Frage der Interpretation ist. Seit seiner Einführung 1998 hat der Smart zwar für Aufsehen gesorgt, doch der erhoffte Erfolg blieb aus. Statt üppiger Gewinne gabs Milliardenverluste für die DaimlerChrysler-Tochter, und die Expansion mit Viertürer und Roadster floppte.

Deshalb machte Konzernchef Dieter Zetsche kurzen Prozess, kippte die Smart-Variationen aus dem Programm und präsentierte am Donnerstagabend in Stuttgart den neuen Smart Fortwo.

Und weil Zetsche auf spezielle Auftritte steht, wurde der Neuling nicht in noblem Ambiente, sondern in einem Parkhaus in der Innenstadt präsentiert. Das war originell, doch die Plauderstunde zwischen Zetsche, Smart-Chef Ulrich Walker und F1-Legende Niki Lauda verkam zur Early-Night-Show: Die Witze waren müder und weniger originell als das, was Roman Kilchsperger und Chris von Rohr einst in «Black'n'Blond» von sich gegeben hatten.

Egal. Die Journalisten aus der ganzen Welt – inklusive den USA – waren ja nicht da, um sich die Schenkel wund zu klopfen, sondern um den neuen Smart zu bestaunen. Zu bestaunen gabs allerdings wenig, denn der neue Fortwo sieht fast so aus wie sein Vorgänger. Dabei hat sich einiges getan und 90 Prozent des neuen Fortwo sind tatsächlich neu. «Mehr Komfort, mehr Agilität, mehr Sicherheit und noch mehr Umweltbewusstsein», verspricht Smart-Chef Walker. «Und das ohne den einmaligen Charakter des Autos zu verändern.»

In Zahlen: Die Karosserie wuchs in der Länge um 20 Zentimeter, in der Breite um 4 Zentimeter und der Radstand wuchs um 5 Zentimeter. Dieses Wachstum verbessert einerseits die Sicherheit für Passagiere und Fussgänger, andererseits gibts so auch mehr Platz fürs Gepäck – 80 Liter mehr als vorher –, aber vor allem wird die Fahrt im Smart komfortabler.

«Und auch sportlicher», so Zetsche. Dafür sorgen aufgebrezelte Dreizylindermotoren, die nun zwischen 61 und 84 PS produzieren, und der Diesel mit 45 PS soll weniger als 3,5 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen. «Günstiger kann man zurzeit nicht Auto fahren», so Walker. Sauberer aber schon, denn der Diesel kommt vorerst nur mit ungeregeltem Partikelfilter.

Ab 2008, wenn Smart die USA erobern will, ist auch dieses Problem gelöst, und dann soll die Marke so richtig durchstarten. «Bereits ab 2007 werden wir mit dem neuen Smart Fortwo schwarze Zahlen schreiben», prophezeit Walker. Eine andere Wahl hat er nicht. Denn geht der Smart wieder «baden», gibts wohl keine Hoffnung mehr. Dann kappt Zetsche die Rettungsleine definitiv.

Dieter Liechti (Textlab)

ESP inklusive

Den neuen Smart wird es ab April nächsten Jahres in den Varianten Pure, Pulse und Passion geben und ab Herbst 2007 als sportliches Brabusmodell. Alle Smart sind serienmässig mit zwei Airbags, ESP, Bremsassistent und Zentralverriegelung ausgerüstet. Gegen Aufpreis gibts Seitenairbags, Klimaanlage, Servolenkung, Ledersitze, Panoramadach und vieles mehr. Zudem kann der Smart als Cabrio bestellt werden. Das Verdeck funktioniert von A bis Z elektrisch und auch bei Vollgas.

Deine Meinung