Aktualisiert 19.08.2009 09:30

Spitäler SchaffhausenNeuer Spitaldirektor mit «gelungenem Einstieg»

In den Spitälern Schaffhausen haben sich die Gemüter wieder beruhigt. Der seit dem 1. Juni amtierende neue Spitaldirektor Hanspeter Meister lobte am Dienstag die Unterstützung, die er seit seinem Amtsantritt erhalten habe.

Meister, zuvor Verwaltungschef der Universität Basel und Mitglied des Schaffhauser Spitalrats, war im Dezember 2008 als Nachfolger von Verwaltungschefin Susanne Imhof gewählt worden. Imhof wiederum musste ihren Platz nach diversen Querelen räumen.

Diese hatten in der Kündigung des Chefarztes der Chirurgie, Walter Schweizer, kulminiert. Dieser war ungehalten darüber gewesen, dass er bei der Verselbständigung der Schaffhauser Spitäler vor 3 1/ 2 Jahren nicht in die Spitalleitung berufen worden war.

Kündigungen

Während allgemein Schweizers medizinische Fähigkeiten gelobt worden waren, kritisierten Kollegen sein Verhalten gegenüber der Spitalleitung. Nach einem Verweis kündigte er. Imhof musste später ebenfalls gehen, weil ihr interne Kommunikationsprobleme zur Last gelegt wurden.

Bis zum Stellenantritt von Meister führte eine interimistische Leitung die drei Kliniken, die zu den Spitälern Schaffhausen gehören: dem Akutspital, der Psychiatrie und der Langzeitpflege.

Abteilungen besser integrieren

Die bessere Integration der drei Abteilungen unter dem Dach der Spitäler Schaffhausen nannte denn auch der neue Spitaldirektor Hanspeter Schweizer einen Schwerpunkt seiner Arbeit. Er lobte gleichzeitig das Engagement des Personals und dessen Identifikation mit dem Arbeitsplatz.

»Optimierbar» nannte er dagegen die räumliche Situation - vor allem im Haupthaus. Hier müsse die Bausubstanz verbessert werden, zudem müssten heute zu lange Wege zurück gelegt werden. Das wiederum wirke sich negativ auf die Kostenstruktur aus.

Bestehende Standorte prüfen

Bereits seit einem Jahr arbeite der Spitalrat an einer neuen Raumstrategie, so Meister. Diese solle bis Ende dieses Jahres vorliegen. Anfang 2010 solle dann die Kantonsregierung eine Orientierungsvorlage erhalten.

In die Überlegungen einbezogen werde die Frage, ob es auch in Zukunft drei verschiedene Standorte für Psychiatrie, Langzeitpflege und Akutspital geben solle.

Bereits Ende dieses Monat wird dagegen mit der Sanierung des Pflegezentrums begonnen. Sie soll bis Februar 2011 abgeschlossen sein und wird rund 5 Mio. Franken kosten. Beim Spitalrat liege auch bereits ein Konzept zu baulichen Erneuerung der Geburtshilfeabteilung, so Meister.

Sie werde voraussichtlich 2,5 Mio. Franken kosten. Weil die Klinik Belair in Schaffhausen keine Geburtshilfe mehr anbietet, brauche diese Abteilung im Kantonsspital mehr Platz. Zudem sei sie baulich veraltet.

Abläufe straffen

Weil die durchschnittlichen Fallkosten in Schaffhausen immer noch höher seien als in den umliegenden, vergleichbaren Spitälern, sollen die Abläufe optimiert werden. Meister erhofft sich davon, dass Leerläufe beseitigt werden können.

Dadurch soll es möglich werden, mehr Dienstleistungen mit gleich bleibendem Personalbestand erbringen zu können. Entlassungen werde es keine geben, meinte der neue Spitaldirektor. (sda)

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