Harvard University - Neuer Spucktest sagt dir nach einer Stunde, ob du positiv oder negativ bist
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Sicher wie PCR-TestsNeuer Spucktest sagt dir nach einer Stunde, ob du positiv oder negativ bist

Ein von Forschenden der Harvard University entwickelter Covid-19-Test für zuhause soll so einfach wie ein Schnelltest, aber deutlich genauer sein. Auch Virusvarianten soll er erkennen.

von
Fee Anabelle Riebeling
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So sicher wie ein PCR-Tests, aber für zuhause? Einen solchen Covid-19-Test haben Forschende aus den USA vorgestellt. 

So sicher wie ein PCR-Tests, aber für zuhause? Einen solchen Covid-19-Test haben Forschende aus den USA vorgestellt.

Unsplash
Das sogenannte miSHERLOCK-System wird mit dem Smartphone gekoppelt. Innerhalb einer Stunde liefert es das Ergebnis. 

Das sogenannte miSHERLOCK-System wird mit dem Smartphone gekoppelt. Innerhalb einer Stunde liefert es das Ergebnis.

Wyss Institute at Harvard University
Entwickelt haben es Forschende um Helena de Puig vom Wyss Institute an der Harvard University.

Entwickelt haben es Forschende um Helena de Puig vom Wyss Institute an der Harvard University.

Wyss Institute at Harvard University

Darum gehts

  • US-Forschende stellen in der aktuellen Ausgabe von der Fachzeitschrift «Science Advances» ein neuartiges Covid-19-Testsystem vor.

  • Mehr als das Testkit, etwas Spucke und ein Smartphone braucht es für die Anwendung nicht.

  • Das Ergebnis liegt bereits nach einer Stunde vor – und ist dabei ähnlich sicher wie die als Goldstandard geltenden PCR-Tests.

PCR-Tests gelten als Goldstandard zum Nachweis von Sars-CoV-2. Doch sie sind aufwendig und müssen von Fachleuten im Labor ausgewertet werden. Deutlich schneller sind da die Antigentests, die das Ergebnis schon nach wenigen Minuten liefern. Doch die sind weniger genau. Diese Lücke soll künftig ein Test-System namens miSHERLOCK schliessen. Dieses liefert das Test-Ergebnis bereits nach einer Stunde und soll eine Trefferquote von 95 bis 96 Prozent haben. Damit ist es ähnlich sicher wie PCR-Tests.

Entwickelt haben dieses Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Wyss Institute an der Harvard University in Cambridge. Mehr als das Testkit, etwas Spucke und ein Smartphone braucht es für die Anwendung nicht, wie das Team um Helena de Puig im Fachjournal «Science Advances» schreibt. Entsprechend kann der Test auch zuhause durchgeführt werden. Das Ergebnis wird über eine Smartphone-App übermittelt. Sollte der Test positiv sein, kann darüber auch gleich das Gesundheitsamt informiert werden.

Neue Varianten sind kein Problem

Das Test-System erkennt laut den Forschenden sogar, welche Virusvariante vorliegt. «Wir haben gezeigt, dass unsere Plattform so programmiert werden kann, dass sie neu auftretende Varianten erkennt, und dass wir sie recht schnell umfunktionieren können», zitiert Wissenschaft.de de Puigs Kollegen James Collins. In der vorliegenden Studie habe man sich auf die Alpha-, Beta- und Gamma-Variante konzentriert, «aber man könnte die Plattform ohne weiteres an die Delta-Variante und andere neu auftretende Varianten anpassen.»

Möglich ist das, weil das Test-Kit modular aufgebaut: In einer ersten Kammer erkennen spezielle Enzyme, ob in der Speichelprobe überhaupt Sars-CoV-2-Virusmaterial enthalten ist – ob also eine Infektion vorliegt oder nicht. In weiteren Kammern reagieren sie auf die Gensequenzen der unterschiedlichen Mutanten.

Hohe Treffsicherheit, geringe Kosten

Dass der Ansatz funktioniert, haben de Puig und ihre Kollegen mit rund 50 Personen getestet. 27 davon waren zuvor 27 positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, bei den anderen 21 handelte es sich um kerngesunde Kontrollpersonen. Insgesamt, so die Forschenden, habe der Test nur jeweils ein falsch positives und ein falsch negatives Ergebnis ausgespuckt. Das heisst, er erkannte 96 Prozent der Infizierten als infiziert und 95 Prozent der Gesunden als gesund.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hoffen, mit ihrem Gerät die Covid-19-Diagnostik in allen Ländern der Welt zu verbessern, insbesondere in ressourcenschwachen. Das sei für bei der Bekämpfung der Pandemie wichtig. Das Testsystem kann laut Mitteilung des Instituts mit einem 3-D-Drucker und handelsüblichen Bauteilen zusammengebaut werden. Die Herstellungskosten liegen derzeit bei etwa 15 Dollar pro Stück. Durch Massenfertigung lasse sich der Preis des Gehäuses auf etwa sechs Dollar senken.

Aktuell hofft das Team um de Puig auf eine Zulassung durch die US-Arzneimittelbehörde FDA und auf Partner, mit denen sie miSHERLOCK in grossem Stil herstellen können.

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