03.04.2020 03:04

Quibi

Neuer Streamingdienst setzt auf Serien-Quickies

Anfang April geht mit Quibi ein neuer Streamer an den Start, der auf kurze Inhalte setzt. Damit will man Tiktok und Insta Konkurrenz machen.

von
cat

Noch ein Streamingdienst?

Ja, aber Quibi fährt eine ganz andere Strategie als Netflix und Co. Quibi steht für «Quick Bites», also «schnelle Happen». Der neue Dienst setzt nämlich ausschliesslich auf Eigenproduktionen mit einer Länge von sieben bis maximal zehn Minuten pro Folge. Diese Videoformate sollen vor allem aus Serien, Filmen, Realityshows und Infotainment bestehen. Und: die schnellen Happen sind nicht nur fürs Smartphone optimiert, sondern werden auch nur übers Smartphone zu sehen sein. Zum Konsumieren im Zug, in der Warteschlange bei Starbucks oder während der Pause auf dem Schulhof.

Hat Quibi eine Chance?

Der Markt für Streamingdienste ist übersättigt. Apple TV+ ging letzten Herbst an den Start, Ende März launchte Disney+ in Europa. Dazu gibt es die etablierten Player wie Amazon, Hulu, HBO Max und viele mehr. Und natürlich Netflix. Aber nur zehn Prozent der Kunden des Marktführers konsumieren Inhalte über das Handy. Quibi will also eher eine Konkurenz für Instagram und Tiktok sein. Da gibt es durchaus Chancen. Aber auch ein Problem: Während Social-Media-Apps gratis sind, wird Quibi im Monat 4,99 Dollar (mit Werbung) beziehungsweise 7,99 Dollar (ohne Werbung) kosten.

Quibi hat Star-Power

Quibi ist auf eine junge, mobile Zielgruppe ausgerichtet. Das widerspiegelt sich auch in den Inhalten. Eines der Aushängeschilder von Quibi ist «Game of Thrones»-Star Sophie Turner (24). In der Drama-Serie «Survive» überlebt sie zusammen mit Corey Hawkins (31, «Straight Outta Compton») einen Flugzeugabsturz auf einem Berg im Nirgendwo. Sie ist aber nicht der einzige Star auf Quibi. Jennifer Lopez, Reese Witherspoon, Kiefer Sutherland, Kevin Hart, Liam Hemsworth sind ebenfalls in Formaten des Dienstes dabei.

Hollywoods Top-Player hatte die Idee

Hinter dem Projekt steht Jeffrey Katzenberg. Der Filmproduzent gilt als einer der mächtigsten Männer Hollywoods und gründete mit Steven Spielberg einst die renomierten DreamWorks Studios («Shrek», «Catch Me If You Can»). Er konnte knapp 2 Milliarden Dollar von Investoren für sein mutiges Projekt gewinnen. Insgesamt sollen im ersten Jahr 175 Serien zur Verfügung stehen. Pro Tag sollen neue Inhalte im Umfang von drei Stunden auf die App hochgeladen werden. Am 6. April geht Quibi in den USA an den Start. Wann es in Europa los geht ist noch unklar.

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