28.03.2019 10:11

Nachwuchsspieler des Monats

Neuer Sven Leuenberger mischt das Playoff auf

Er bekommt das Vertrauen von Trainer Dan Tangnes. Zugs 20-jähriger Rookie Sven Leuenberger bezahlt es mit Topleistungen zurück.

von
Marcel Allemann
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Der Rookie und der Routinier im Gespräch: Sven Leuenberger (l.) und Garrett Roe.

Der Rookie und der Routinier im Gespräch: Sven Leuenberger (l.) und Garrett Roe.

Keystone/Alexandra wey
Bereits 5 Skorerpunkte hat der 20-jährige Sven Leuenberger nach 5 Playoff-Partien auf dem Konto.

Bereits 5 Skorerpunkte hat der 20-jährige Sven Leuenberger nach 5 Playoff-Partien auf dem Konto.

EV Zug
Das erste Playoff-Tor: Sven Leuenberger bezwingt Lugano-Goalie Elvis Merzlikins

Das erste Playoff-Tor: Sven Leuenberger bezwingt Lugano-Goalie Elvis Merzlikins

Alessandro Crinari

Einen Sven Leuenberger gibt es im Schweizer Eishockey schon. Dieser war einst einer der besten Verteidiger des Landes und leitet heute, 49-jährig, als Sportchef die Geschicke der ZSC Lions. Dass der neue, 29 Jahre jüngere Sven Leuenberger gleich heisst, ist indes reiner Zufall.

Seine Eltern wollten einen kurzen Vornamen für den längeren Nachnamen ihres Sohnes und entschieden sich für Sven. «Meine Eltern waren damals auch noch nicht wirklich hockeybegeistert», erklärt der zweite Sven Leuenberger, der mit dem ersten Sven Leuenberger weder verwandt noch verschwägert ist.

Zu der einen oder anderen Verwechslung hat die Namensgleichheit aber schon geführt. Regelmässig meldete sich beispielsweise der aktuelle GCK-Lions-Trainer Leo Schumacher telefonisch beim falschen Sven Leuenberger, der jüngere war einst sein Schützling beim EVZ-Nachwuchs. «Doch in letzter Zeit sind solche Sachen nicht mehr vorgekommen. Ich denke, die Leute haben den Namen Sven Leuenberger in ihrem Handy inzwischen mit dem Zusatz Sportchef oder Spieler versehen», sagt der 20-jährige Leuenberger mit einem Schmunzeln.

Fünf Skorerpunkte in den ersten fünf Playoff-Spielen

Vielleicht liegt es auch daran, dass er sich inzwischen – im wahrsten Sinne des Wortes – selbst einen Namen gemacht hat. Der U20-Internationale hat sich im Lauf der Saison nicht nur in der ersten Mannschaft etabliert, sondern sorgt richtiggehend für Furore.

Zurzeit auch in seinem ersten Playoff. In fünf Spielen liess sich der Stürmer, der sowohl als Center als auch als Flügel eingesetzt werden kann, beeindruckende 5 Skorerpunkte (1 Tor, 4 Assists) gutschreiben. «Momentan läuft es gut», freut er sich zwar, zeigt aber auch viel Realismus und Reife, indem er sagt: «Es wird nicht immer so weitergehen. Wichtig ist der Teamerfolg und dass man als einzelner Spieler die kleinen Sachen stets richtig macht.»

Diese Topskorer gehen zusammen abendessen

Auf dem Eis begegnen sich die Punktesammler der NLA regelmässig. Aber mit wem würden sie abseits der Stadien ausgehen? (Video: Marcel Allemann und Adrian Panholzer)

Das Kompliment des Captains

EVZ-Captain Raphael Diaz attestiert Leuenberger grosses Potenzial. Der Nationalspieler bezeichnet ihn als eher ruhigen Zeitgenossen, doch auf dem Eis lege Leuenberger seine Scheu stets ab: «Er macht die Checks fertig, geht vor das Tor und setzt sich enorm für das Team ein.» Besonders gut gefällt Diaz am Rookie, dass er sich auf dem Eis auch verbal bemerkbar macht und den Puck fordert: «Viele der jüngeren Spieler getrauen sich dies noch nicht so wie er.»

Leuenberger spielte sich zwar aus dem EVZ-Nachwuchs in die erste Mannschaft. Doch er ist kein Zuger, sondern ein Zürcher, aufgewachsen in Hüttikon bei Würenlos AG. Seine ersten Gehversuche als Eishockeyspieler tätigte er aber nicht etwa beim ZSC-oder Kloten-Nachwuchs, sondern in Aarau.

2013 ging es dann weiter nach Zug. «Es gibt eine Zusammenarbeit zwischen den beiden Vereinen und der EVZ hat ein tolles Ausbildungskonzept. Deshalb war es gar nie ein Thema, mich einem Zürcher Club anzuschliessen», sagt Leuenberger.

«Lausanne wartet richtiggehend auf unsere Fehler»

Und inzwischen ist der KV-Lehrling der EVZ-Academy also bereits ein wichtiges Puzzle-Teil der im Playoff so überzeugenden und weiterhin ungeschlagenen Zuger Mannschaft. Die aktuelle Herausforderung heisst Lausanne. Es steht nach dem 3:1-Sieg in Spiel 1 am Dienstag 1:0 in der Serie. «Gegen sie ist es enorm wichtig, sehr diszipliniert aufzutreten, denn sie warten richtiggehend auf Fehler von uns», analysiert Leuenberger im Stil eines Routiniers. Sein medienerprobter Namensvetter könnte es nicht besser.

Nachwuchsspieler des Monats

PostFinance wählt 20 Minuten in der Saison 2018/19 jeweils den Nachwuchsspieler des Monats und stellt diesen näher vor. PostFinance engagiert sich seit vielen Jahren als Sponsorin für den Schweizer Eishockey-Nachwuchs.

Sven Leuenberger (Zug)

Elia Riva (Lugano)

Tim Berni (ZSC Lions)

Yannick Zehnder (Zug)

Raphael Prassl (ZSC Lions)

Janis Jérôme Moser (Biel)

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