Aktualisiert 04.03.2011 00:33

Dübendorf/BuchsNeuer Zoom funktioniert wie unser Auge

Beim Handy ist für viele die gute Kamera ein Muss. Doch die gab es bislang nur mit digitalem Zoom. Schweizer Forscher haben nun ein Zoomobjektiv entwickelt, das sogar ins Handy passt.

von
Fee Riebeling
Immer dabei: Das Handy – und mit ihm die Kamera. (Foto: istock)

Immer dabei: Das Handy – und mit ihm die Kamera. (Foto: istock)

Früher war die Kamera im Handy nur ­nettes Beiwerk, gerade mal recht für unscharfe Schnappschüsse. Heute ersetzt sie zunehmend den kompakten Fotoapparat –schliesslich ist das Mobiltelefon immer dabei. Einziger Wermutstropfen: die Zoomfunktion. Denn die ist entweder gar nicht vorhanden oder nur in digitaler Form. Damit lassen sich zwar die Motive nah heranholen, aber Auflösung und Qualität leiden darunter.

Anders bei einem optischen Zoom. Doch der besteht aus mindestens zwei starren Linsen, die mechanisch gegeneinander verschoben werden. Sie regeln die Schärfe und den Bildausschnitt. Die Mechanik ist jedoch aufwendig und teuer und findet im Handy keinen Platz – schliesslich sind die neusten Geräte nicht dicker als 10 Millimeter.

Die Lösung hat die Firma Optotune gemeinsam mit Forschern der Hochschule für Technik Buchs, der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und der Empa Dübendorf entwickelt: einen optischen Zoom, der die Linse des menschlichen Auges zum Vorbild hat (siehe Box). Er braucht weniger Raum: Der Prototyp misst lediglich 9 Millimeter und passt somit ins Handy.

Fotografen müssen sich aber noch gedulden: Zwar seien alle Tests erfolgreich verlaufen, melden die Entwickler, aber nun müssten sie die Hersteller von Mobiltelefonen vom Potenzial dieser Technik überzeugen.

«Wissen»

in 20 Minuten wird unterstützt durch die GEBERT RÜF STIFTUNG und die Stiftung Mercator Schweiz.

Technik ahmt die Natur nach

Wie beim menschlichen Auge gibt es beim ­neuen Zoom statt starrer Linsen eine einzige aus flexiblen Polymeren. Diese Linse wird zum Fokussieren nicht verschoben, sondern gekrümmt – mit einer Art künstlicher Muskeln, ebenfalls aus Polymeren. Dabei gilt: Je grösser die Krümmung, desto näher rückt das fokussierte Objekt.

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