Aktualisiert 28.03.2014 15:29

Lopez oder Casillas

Neuer Zündstoff für Reals Torhüterfrage

Diego López oder Iker Casillas: Die spanische Presse nimmt die zwei Niederlagen Real Madrids in der Liga zum Anlass, die Torhüterfrage zu stellen.

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Er ist eines der Vermächtnisse von José Mourinho: Diego López. Seit ihn Real Madrid Anfang 2013 aufgrund einer Handverletzung von Iker Casillas aus Sevilla holte, ist er die Nummer 1 im Tor von Real Madrid – und macht seine Arbeit gut. Trotzdem werden seine Leistungen in der spanischen Presse beinahe wöchentlich diskutiert und damit indirekt gefordert, dass Casillas seine angestammte Position zurückbekommt.

Das Thema findet grossen Anklang bei den Anhängern, diese stehen ohnehin hinter San Iker, wie Casillas wegen seiner spektakulären Paraden genannt wird. So finden sich auf der Homepage der grossen spanischen Sportzeitungen in regelmässigen Abständen Abstimmungen. Die Frage ist immer die gleiche: Casillas oder Lopez? Im jüngsten Vergleich war das Verdikt klar: 85 Prozent sind für die Rückkehr von Casillas.

Viel Lob für López

Eine andere Zahl dürfte López derzeit mehr Kopfzerbrechen bereiten: 33 Prozent. Das ist seine von der «Marca» errechnete Haltequote für die letzten beiden Ligaeinsätze gegen Barcelona und Sevilla. Oder wie es die Schreiberlinge der grossen Sportzeitung – mit Sitz in Madrid – anders sagen: Sechs von neun Schüssen fanden den Weg ins Tor, einer landete am Pfosten, zwei konnte López abwehren. Beim 3:4 gegen Barça attestiert ihm das Blatt zwar kaum Schuld, bei den beiden Gegentoren (1:2) gegen Sevilla hätte er aber mehr tun sollen.

Casillas präsentiert sich in dieser Angelegenheit als Sportsmann. Anfang März nach dem 2:2 im Derby gegen Atlético lobte der Welttorhüter der Jahre 2008 bis 2012 seinen Konkurrenten in den höchsten Tönen. Zum wiederholten Mal seit seiner Degradierung durch Mourinho. Schliesslich kennen sich die beiden schon seit 14 Jahren. Der 32-jährige López spielte von 2000 bis 2007 für die Königlichen. Ab 2005 war er die Nummer 2 in der ersten Mannschaft – hinter Casillas. Damals spielte Casillas in der Liga und in der Königsklasse, López durfte im Cup ran.

«Damit bin ich glücklich»

Vor einem Jahr wechselten die langjährigen Weggefährten die Rollen. Wechselgerüchte machten bald die Runde. Erst recht, als Mourinhos Nachfolger Carlo Ancelotti signalisierte, an der neuen Hierarchie festzuhalten. Casillas' Verbleib ist wohl dem Versprechen Ancelottis zu verdanken, im Cup spielen zu dürfen. Was Casillas zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: Er sollte auch in der Champions League zum Einsatz kommen.

Die Bilanz nach sechs Gruppenspielen sowie dem Achtelfinal gegen Schalke kann sich sehen lassen: Sieben Siege, ein Remis, davon spielte der 153-fache spanische Nationalspieler zweimal zu null und kassierte insgesamt sieben Gegentore. Damit kann der 32-Jährige mittlerweile leben. «Wenn es seine Entscheidung ist, dass ich in diesen zwei Wettbewerben spiele, bin ich damit glücklich.»

10. CL-Triumph im Visier

Was muss also passieren, dass der Captain als Nummer 1 in seine 15. Saison bei den Königlichen gehen kann? Der einfachste und zugleich schwierigste Weg: Real gewinnt mit ihm im Tor die Champions League. Es wäre der 10. Titel für die Madrilenen, «La Décima». Schon zwölf Jahre wartet der schillerndste Klub der Welt darauf. Casillas war 2002 als Einziger des aktuellen Kaders dabei, als Real den Pokal im Hampden Park in Glasgow zuletzt in die Höhe stemmte.

Diesen Frühling findet das Endspiel in Lissabon statt. Reals Weg dorthin führt erst einmal über den Viertelfinal und damit über Borussia Dortmund. Vergangenes Jahr musste Casillas mit ansehen, wie López im Hinspiel viermal hinter sich griff. Am Ende setzte sich der BVB mit einem Gesamtskore von 4:3 durch.

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