Neuer Zürich-Slogan stösst bei Politikern auf Kritik
Aktualisiert

Neuer Zürich-Slogan stösst bei Politikern auf Kritik

Kaum geboren, wird der Slogan «Wir leben Zürich» wegen unkorrekten Sprachgebrauchs vor den Gemeinderat gezerrt. «Was kostet der kauderwelsche Seich?», will die SVP wissen.

Poltern, wenn dem Steuerzahler zu tief in die Tasche gegriffen wird, gehört bei der SVP zum guten Ton. Nach der Präsentation des neuen Slogans «Wir leben Zürich» fehlten den Gemeinderäten der Partei aber die Worte. Nur kurz allerdings.

Dann holte Fraktionspräsident Mauro Tuena Luft und zeterte los: «Was um Himmels willen soll das?» Ein grammatikalisch falscher Slogan für Zürich, das sei doch hirnrissig. «Von den Schulabgängern erwartet man, dass sie zwecks besserer Jobchancen korrekt Deutsch können, und dann bastelt man für die Stadt einen solch kauderwelschen Slogan.» Die SVP stehe Kopf. Nun wolle man eine schriftliche Anfrage im Gemeinderat einreichen. «Die Öffentlichkeit hat ein Recht, zu erfahren, was der Seich gekostet hat», sagt Tuena.

Bei den Gemeinderäten anderer Couleur stösst das im Hinblick auf die Euro 08 ausgetüftelte Motto ebenfalls auf wenig Gegenliebe. «Gewöhnungsbedürftig», urteilt CVP-Mann Christian Traber, «nicht berauschend», findet FDP-Frau Doris Weber, «haut mich nicht vom Hocker», sagt Judith Bucher von der SP, und der Grüne Daniel Leupi findet den Spruch sogar zu «zürizentrisch». Ausser der SVP will aber niemand im Plenum über den Sinn oder Unsinn von «Wir leben Zürich» diskutieren. Leupi: «Da haben wir Gescheiteres zu debattieren.»

Alexandra Roder

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