Vorerst keine Gefahr - Neues Coronavirus bei Fledermäusen in Grossbritannien entdeckt
Publiziert

Vorerst keine GefahrNeues Coronavirus bei Fledermäusen in Grossbritannien entdeckt

Fledermausarten, die neue Coronaviren in sich tragen können, gibt es nicht nur in China, sondern auch in Europa. Britische Zoologen haben in ihnen einen bisher unbekannten Vertreter der Art entdeckt.

von
Fee Anabelle Riebeling
1 / 8
Es gibt nicht nur ein Coronavirus. Vielmehr handelt es sich bei den Coronaviridae um eine Virusfamilie. Sars-CoV-2, auf das die aktuelle Pandemie zurückgeht, ist nur eines der Familienmitglieder. 

Es gibt nicht nur ein Coronavirus. Vielmehr handelt es sich bei den Coronaviridae um eine Virusfamilie. Sars-CoV-2, auf das die aktuelle Pandemie zurückgeht, ist nur eines der Familienmitglieder.

CDC/ Alissa Eckert/PD
Ein weiteres bekanntes Familienmitglied ist Sars-CoV-1, das die Sars-Pandemie in den Jahren 2003 und 2004 ausgelöst hat. 

Ein weiteres bekanntes Familienmitglied ist Sars-CoV-1, das die Sars-Pandemie in den Jahren 2003 und 2004 ausgelöst hat.

Wikimedia Commons/CDC/C.S. Goldsmith/PD
Doch es gibt noch zahlreiche, bislang unbekannte Coronaviren, wie Forscher aus Grossbritannien berichten. In den Regionen Somerset (lila) und Monmouthshire (rot) entdeckten sie ein neues sogenanntes Sarbecovirus. Bei Sarbecoviren handelt es sich um eine Untergruppe der Coronaviren. 

Doch es gibt noch zahlreiche, bislang unbekannte Coronaviren, wie Forscher aus Grossbritannien berichten. In den Regionen Somerset (lila) und Monmouthshire (rot) entdeckten sie ein neues sogenanntes Sarbecovirus. Bei Sarbecoviren handelt es sich um eine Untergruppe der Coronaviren.

My Google Maps

Darum gehts

  • Forschende haben bei britischen Fledermäusen ein neues Coronavirus nachgewiesen.

  • Trotz grosser Übereinstimmungen mit Sars-CoV-1 und Sars-CoV-2 stellt der entdeckte Erreger keine Gefahr für den Menschen dar.

  • Damit sich das nicht ändert, sollten Menschen beim Kontakt mit Fledermäusen Vorkehrungen treffen.

In Grossbritannien haben Forschende der University of East Anglia, der Zoological Socienty of London und der Gesundheitsbehörde Public Health England in Fledermäusen der Art Kleine Hufeisennase ein Coronavirus entdeckt, das genetisch eine enge Verwandtschaft mit Sars-CoV-2 aufweist.

Einen deutlichen Unterschied gibt es allerdings – und das ist eine gute Nachricht. Es handelt sich dabei um die Bindungsstelle für den ACE2-Rezeptor, wie im Fachjournal «Scientific Reports» nachzulesen ist. Darüber dockt das Virus am menschlichen Organismus an. «Für Menschen ist das neu entdeckte Virus nicht gefährlich, solange es sich nicht verändert und sich zum Beispiel mit anderen Viren kombiniert», so die Hochschule in einer Mitteilung.

Kotproben analysiert

Für die Studie hat das Team um Andrew Cunningham im englischen Somerset und dem walisischen Monmouthshire den Kot von mehr als 50 Kleinen Hufeisennasen gesammelt und analysiert. In einer der Proben stiessen sie auf ein bisher unbekanntes Sarbecovirus (Sars-bezogenes Coronavirus), das sie auf den Namen RhGB01 tauften. Die Genomanalyse ergab eine Übereinstimmung in der Aminosäuresequenz von 77 Prozent mit Sars-CoV-2, auf das die aktuelle Pandemie zurückgeht, und von 81 Prozent mit Sars-CoV-1, das die Sars-Pandemie in den Jahren 2003 und 2004 ausgelöst hat.

Trotz der Ähnlichkeiten gehen Cunningham und seine Kolleginnen und Kollegen nicht davon aus, dass sich Menschen mit RhGB01 infizieren können. Zumindest nicht, solange es nicht mutiert. Die Gefahr bestehe, wenn sich eine Kleine Hufeisennase mit Sars-CoV-2 infiziere. Dann könnte es zwi­schen den beiden Viren zu einem Austausch von Genen kommen.

Schutzkleidung schützt vor Mutationen

Um dem vorzubeugen, raten die Expertinnen und Experten allen Perso­nen, die mit Fledermäusen oder deren Kot in Kontakt kommen, beispielsweise Höhlenforschern oder Na­tur­schützern, geeignete Schutzkleidung zu tragen. Das sei enorm wichtig: «Die Verhinderung der Übertragung von Sars-CoV-2 von Menschen auf Fledermäuse und damit die Verringerung der Möglichkeiten zur Virusmutation ist von entscheidender Bedeutung», so Cunningham.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler betonen, dass kein Grund bestehe, sich vor Fledermäusen zu fürchten oder sie zu jagen: «Wie alle Wildtiere stellen sie, wenn man sie in Ruhe lässt, keine Bedrohung dar.»

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Wissen-Push

Abonniere in der 20-Minuten-App die Benachrichtigungen des Wissen-Kanals. Du wirst über bahnbrechende Erkenntnisse und Entdeckungen aus der Forschung, Erklärungen zu aktuellen Ereignissen und kuriose Nachrichten aus der weiten Welt der Wissenschaft informiert. Auch erhältst du Antworten auf Alltagsfragen und Tipps für ein besseres Leben.

So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten rechts auf «Cockpit», dann «Einstellungen» und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Beim Punkt «Themen» tippst du «Wissen» an – et voilà!

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

151 Kommentare