Schweden: Neues Coronavirus in Mäusen entdeckt
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SchwedenNeues Coronavirus in Mäusen entdeckt

In schwedischen Rötelmäusen haben Forschende eine neue Art von Coronaviren entdeckt. Ob sie aber auf den Menschen übertragbar ist, ist noch unbekannt.

von
Fee Anabelle Riebeling
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Nagetiere und Fledermäuse stellen weit verbreitete Reservoire für Coronaviren dar und können auch mehrere Coronaviren gleichzeitig in sich tragen, wodurch neue Typen entstehen können. (Im Bild: Fledermaus der Art Kleine Hufeisennase)

Nagetiere und Fledermäuse stellen weit verbreitete Reservoire für Coronaviren dar und können auch mehrere Coronaviren gleichzeitig in sich tragen, wodurch neue Typen entstehen können. (Im Bild: Fledermaus der Art Kleine Hufeisennase)

Wikimedia Commons/F. C. Robiller/naturlichter.de/CC BY-SA 3.0
Forschende der Universität Uppsala in Schweden haben eine neue Art des Coronavirus in Rötelmäusen entdeckt.

Forschende der Universität Uppsala in Schweden haben eine neue Art des Coronavirus in Rötelmäusen entdeckt.

Wikimedia Commons/Christian Schulz/CC BY-SA 3.0 de
Rötelmäuse zählen zu den häufigsten Nagetieren in Europa.

Rötelmäuse zählen zu den häufigsten Nagetieren in Europa.

Wikimedia Commons/Evan James Shymko/CC BY 3.0

Darum gehts

Der Ursprung des Coronavirus Sars-CoV-2 ist auch zweieinhalb Jahre nach Ausbruch der Pandemie nicht final geklärt. Gerade erst hat ein Gremium der Weltgesundheitsorganisation WHO gefordert, auch die Labor-Theorie zum Corona-Ursprung weiter zu untersuchen, so die Nachrichtenagentur AFP (siehe Box).

Im Februar 2022 hatten US-Forschende berichtet, das Virus sei fast sicher auf dem Wildtiermarkt in Wuhan vom Tier auf den Menschen übergesprungen. Zu diesem Zeitpunkt seien dort Waschbärhunde und andere bekannte Wirte von Coronaviren angeboten worden. In Frage kommen etwa Nagetiere und Fledermäuse. Sie stellen weit verbreitete Reservoire für Coronaviren dar und können auch mehrere Coronaviren gleichzeitig in sich tragen, wodurch neue Typen entstehen können.

Eine neue Coronavirus-Variante hat nun ein Forschungsteam um Anishia Wasberg von der Universität Uppsala in Rötelmäusen (Myodes glareolus) entdeckt – einem der häufigsten Nagetiere in Europa. Und eines, das dafür bekannt ist, verschiedene Coronaviren und andere virale Erreger in sich zu tragen.

WHO-Gremium empfiehlt Überprüfung von Labortheorie

Eher mit Erkältungsviren verwandt

Für die im Fachjournal «Viruses» veröffentlichte Studie hatten Wasberg und ihr Team rund 260 Rötelmäuse nahe dem Ort Grimsö eingefangen. Von diesen analysierten sie Gewebeproben auf Viren-RNA hin und verglichen die erhaltenen Gensequenzen mit denen bekannter Coronaviren-Stämme. In 3,4 Prozent der untersuchten Tiere stiessen die Forschenden auf RNA von Coronaviren. Vergleichsanalysen zeigten, dass es sich dabei um Erbgut von Erregern aus der Gruppe der Beta-Coronaviren handelte, zu denen neben Sars-CoV-2 auch die Viren Sars-CoV-1 und Mers zählen.

Innerhalb dieser Gruppe ähnelt das neue Grimsö-Coronavirus jedoch stärker der Untergruppe der Embecoviren, zu denen auch zwei der humanen Erkältungs-Coronaviren zählen. Wasberg und ihre Kolleginnen und Kollegen folgern daraus, «dass das Grimsö-Virus eine eigene Gruppe innerhalb der Embecoviren bildet.»

«Wir wissen bisher nicht, welche potenziellen Gefahren dieses Virus für die öffentliche Gesundheit mit sich bringt.»

Die Autorinnen und Autoren der Studie.

Weil dieses Virus während zwei Jahren immer wieder nachgewiesen werden konnte, gehen die Forschenden davon aus, dass es unter den Nagern relativ weit verbreitet ist. Ob es sich auch in Rötelmäusen ausserhalb Schwedens findet, ist noch unbekannt. Ebenso offen ist, ob es auf den Menschen übertragbar ist und eine Zoonose droht. Das heisst: Ob es zwischen Tier und Mensch hin und her springen kann. «Wir wissen bisher nicht, welche potenziellen Gefahren dieses Virus für die öffentliche Gesundheit mit sich bringt», so das Team in einer Mitteilung. Antworten sollen weitere Studien liefern.

Bereits im vergangenen Jahr wurde ein neuartiges Coronavirus bei Fledermäusen in Grossbritannien entdeckt.

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