Aktualisiert 03.10.2013 19:24

St.Gallen

Neues Erdbeben: SVP fordert Geothermie-Pause

Wieder hat rund um St. Gallen die Erde gebebt. Politiker fordern einen Marschhalt bei der Geothermie.

von
taw
Geothermie-Projekt St.Gallen: Wieder hat die Erde gebebt.

Geothermie-Projekt St.Gallen: Wieder hat die Erde gebebt.

«Es braucht eine neue Überprüfung des Geothermie-Projekts», sagt SVP-Nationalrat Lukas Reimann. Grund ist das erneute Erdbeben im Raum St.Gallen vom Mittwoch. Wie die Stadt gestern mitteilte, hatte das Beben mit der Magnitude 2,0 sein Zentrum nur wenige hundert Meter von der Tiefenbohrung im Sittertobel entfernt in über 4000 Meter Tiefe. Der Zusammenhang zum Geothermie-Projekt liegt nahe, obwohl laut Stadt seit Montag nicht mehr am Bohrloch gearbeitet wird. Möglicherweise handle es sich um ein Nachbeben des stärkeren Bebens der Stärke 3,5 von Ende Juli.

Projekt wird fortgesetzt

Anders als damals wollen die Verantwortlichen diesmal nichts von einem Unterbruch wissen. Laut Marianne Meier von der städtischen Kommunikationsfachstelle sind auch keine klaren Grenzen festgelegt, ab wann das Projekt nicht mehr tragbar ist. «Solange die Beben kaum spürbar sind, hält man am Projekt fest», so Meier. Bei ausserordentlichen Ereignissen behalte sich der Stadtrat vor, einzuschreiten.

Stefan Wiemer, Direktor des Schweizerischen Erdbebendienstes, ist vom neuerlichen Beben nicht überrascht. «Theoretisch sind Beben bis Stärke 5 möglich», sagt Wiemer. Ein solches hätte Sachschäden bis zu 100 Millionen Franken zur Folge. Auch dass man wie im Juli wieder auf Gas stösst, hält Wiemer für möglich. Für SVP-Mann Reimann ist klar: «Die Bevölkerung darf solchen Risiken nicht ausgesetzt werden.»

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