Neues Gesicht
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Neues Gesicht

Der Kinofilm «Face/Off» wird Wirklichkeit: Ein amerikanisch-niederländisches Ärzteteam hat die weltweit erste Gesichtstransplantation angekündigt.

Bei der ethisch umstrittenen Operation soll das Gesicht eines toten Spenders auf einen schwer entstellten Menschen übertragen werden. «Es kommt ein Zeitpunkt, da der Eingriff einfach gemacht werden sollte», schreiben die Forscher im «American Journal of Bioethics»: «Wir teilen mit, dass jetzt die Zeit ist.»

«Menschen, die das in Erwägung ziehen, sind Menschen, die keine andere Wahl haben», sagte der leitende plastische Chirurg John Barker von der Universität Louisville im Staat Kentucky. Zwar haben die Mediziner bislang noch keinen Empfänger für ein neues Antlitz. Die Niederländer haben jedoch bereits einen Antrag für den Eingriff an das zuständige Gremium gestellt, der Antrag der Ärzte aus Louisville an die US-Behörde steht kurz bevor.

Sollte eines der beiden Gremien den Antrag ablehnen, wollen die Ärzte aus Louisville auf ihr Vorhaben verzichten. Allerdings bereiten sich auch schon Ärztegruppen aus Cleveland, Grossbritannien und Frankreich auf eine derartige Operation vor.

Die Medizinerin Nichola Rumsey bewertet das Vorhaben skeptisch. «Frühere Studien und gegenwärtige Kenntnisse deuten darauf hin, dass die psychologischen Risiken ausgedehnter und komplexer sind, als das Team aus Louisville vermutet», schreibt sie im American Journal of Bioethics». Ich möchte die Not von Menschen mit schweren Entstellungen nicht bestreiten, aber gegenwärtig ist das Risiko-Nutzen-Verhältnis nach meiner Einschätzung bestenfalls zweifelhaft.» (dapd)

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