Pilotprojekt in Kriens - Neues Internetcafé soll Zugang zu Wohnungen und Stellen erleichtern
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Pilotprojekt in KriensNeues Internetcafé soll Zugang zu Wohnungen und Stellen erleichtern

Der Verein Kriens Integriert und die katholische Kirche wollen im Juli ein Internetcafé in Kriens eröffnen um Wohnungs- und Arbeitssuchenden IT-Kenntnisse zu vermitteln.

von
Astrid Winiker
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Eliane Räber ist Coprojektleiterin vom Verein Kriens Integriert und sie will mit dem Internetcafé nicht nur die Infrastruktur anbieten, sondern auch Computerkenntnisse: «Es sind die einfachsten Kenntnisse, welche die Leute oft nicht mitbringen.» Diesen Bedarf soll das neue Internetcafé in der Pfarrei Bruder Klaus in Kriens abdecken.

Eliane Räber ist Coprojektleiterin vom Verein Kriens Integriert und sie will mit dem Internetcafé nicht nur die Infrastruktur anbieten, sondern auch Computerkenntnisse: «Es sind die einfachsten Kenntnisse, welche die Leute oft nicht mitbringen.» Diesen Bedarf soll das neue Internetcafé in der Pfarrei Bruder Klaus in Kriens abdecken.

Verein Kriens Integriert
Ab dem 6. Juli 2021 sollen jeden Dienstag zwei Räume der Pfarrei Bruder Klaus in Kriens als Internetcafé umgenutzt werden. Ende Jahr wird das Pilotprojekt neu evaluiert.

Ab dem 6. Juli 2021 sollen jeden Dienstag zwei Räume der Pfarrei Bruder Klaus in Kriens als Internetcafé umgenutzt werden. Ende Jahr wird das Pilotprojekt neu evaluiert.

Verein Kriens Integriert
Coprojektleiterin ist Melanie Grünenfelder des Sozialdienstes der Pfarrei Bruder Klaus in Kriens.

Coprojektleiterin ist Melanie Grünenfelder des Sozialdienstes der Pfarrei Bruder Klaus in Kriens.

Verein Kriens Integriert

Darum gehts

  • Der Verein Kriens Integriert und die Pfarrei Bruder Klaus lancieren ein Internetcafé im Juli.

  • Als Pilotprojekt sollen in dem Café betreut Computerkenntnisse vermittelt werden.

  • Wegen der Corona-Pandemie haben viele ihre Stelle verloren und brauchen Hilfe beim Bewerbungsverfahren oder der Wohnungssuche.

  • Da viele über keine Computerkenntnisse verfügen oder die Infrastruktur fehlt, will das Internetcafé diese Lücke schliessen.

  • Ziel ist es, diese Kenntnisse zu vermitteln, um die Hilfesuchenden selbstständiger und unabhängiger zu machen.

  • Am 29. Juni findet eine Informationsveranstaltung für Interessierte statt.

  • Geplant ist die Eröffnung des Internetcafés am 6. Juli 2021.

Als Internet noch ein knappes Gut war, wurden Internetcafés zu wichtigen Orten der sozialen und technischen Treff- und Austauschmöglichkeiten. 1995 wurde das erste Internetcafé in Zürich eröffnet. Heute wischt man übers Smartphone und schon hat man Zugang zur ganzen Welt. Dies weiss auch Eliane Räber, Coprojektleiterin vom Verein Kriens Integriert: «Internet hat heutzutage fast jeder», sagt sie gegenüber 20 Minuten. Trotzdem haben sich ihr Verein zusammen mit der Katholischen Kirche Kriens, der Pfarrei Bruder Klaus und deren Coprojektleiterin Melanie Grünenfelder dazu entschieden, ein Internetcafé in Kriens zu eröffnen. Denn: «Es kamen viele Menschen während der Corona-Pandemie, darunter auch auch Migranteninnen und Migranten, bei unserer offenen Beratungsstelle mit dem Anliegen vorbei, Unterstützung im Bewerbungsverfahren oder bei der Wohnungssuche zu erhalten. Solche, die zum Beispiel keinen Computer oder keinen Drucker zu Hause haben.» Ein Grund für die ansteigenden Anfragen läge sicher in der Corona-Pandemie: «Wegen Corona haben viele, die auf Abruf tätig waren, ihre Arbeitsstelle verloren. Oft solche im Billiglohnsektor, wie Küchenhilfen oder im Service.» Auch beim Sozialdienst der katholischen Kirche in Kriens sei festgestellt worden, dass eine erhöhte Nachfrage an Beratungen zum Thema Bewerbungsverfahren bestehe. «Wir wollen das Internetcafé lancieren, um diesen steigenden Bedarf zu decken», so Räber.

Internetcafé 2.0- «Hilfe zur Selbsthilfe»

Es wird also kein gewöhnliches Internetcafé, sondern eher ein «Internetcafé 2.0». Räber erklärt: «Nur die Infrastruktur und das Internet alleine machen keinen Sinn. Das gibt es ja schon. Es sind die einfachsten Kenntnisse, welche die Leute oft nicht mitbringen.» Räber redet von Computer-Fähigkeiten wie Adressänderungen, Dokumente auf einem Stick speichern oder das Hochladen von Dokumenten auf einer Bewerbungsplattform. «Wer noch nie im Word oder anderen Programmen gearbeitet hat, der hat es schwierig.» Genau diese Computer-Skills sollen im Internetcafé vermittelt werden, damit diese Personen danach selbstständig diese Aufgaben erfüllen können. Räber: «Wir können ihnen auch zeigen, wie sie die gleichen Sachen auf ihrem Handy erledigen können. So sind sie nicht mehr abhängig von einem Ort.» Ganz nach dem Motto «Hilfe zur Selbsthilfe.»

Zwei Räume im Pfarreihaus Kriens jeden Dienstag umgenutzt

Für das Pilotprojekt stehen sieben Laptops zur Verfügung, die gespendet wurden. Die Räumlichkeiten werden sich im Pfarreizentrum Bruder Klaus in Kriens befinden. «Wir werden jeden Dienstag zwei Räume aufbauen. In einem Raum werden die Computer stehen und in dem anderen wird es eine Art Check-in geben, wo man sich orientieren kann.» Das Projekt soll am 6. Juli starten und Ende Jahr neu evaluiert werden. «Ziel ist es, zu schauen, ob die Nachfrage weiterhin so hoch bleibt oder ob sie nur wegen Corona so in die Höhe geschnellt ist. Danach schauen wir weiter.» Doch nun stehe erst mal der Start des Projektes im Vordergrund: «Der Bedarf ist offensichtlich und die Nachfrage vorhanden, wir wollen jetzt helfen», sagt Räber weiter.

Suche nach Freiwilligen für Projekt geht weiter

Am Dienstagnachmittag hat der Verein Kriens Integriert zusammen mit der Katholischen Kirche in Kriens einen Informationsanlass veranstaltet, um viele Freiwillige von dem Projekt zu überzeugen und als Helferinnen und Helfer zu gewinnen. Räber: «Wir sind auf die ehrenamtliche Unterstützung angewiesen. Leider haben sich an dem Nachmittag nicht so viele Leute gemeldet wie erhofft. Wir suchen also noch kräftig nach Leuten, die Freude daran haben mitzuhelfen.» Für Interessierte gibt es voraussichtlich am 29. Juni einen weiteren Informationsanlass. Bis dahin wird versucht, weitere Partnerinnen und Partner ins Boot zu holen. Unterstützung erhält das Internetcafé bereits vom Verein Hope von Horw und der Stadt Kriens. «Der Sozialdienst von Kriens wird sicher viele Klientinnen und Klienten an uns weiterleiten können. Wir hoffen nun auf weitere Partnerschaften.»

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