Bericht: Neues IT-Projekt des Bundes macht Probleme
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BerichtNeues IT-Projekt des Bundes macht Probleme

Verzögerungen, fehlende Reportings und unklare Vorgaben: Das Nachfolgeprojekt von INSIEME der Steuerverwaltung wird in einem Bericht der Finanzkontrolle stark kritisiert.

Das neue IT-Projekt der Steuerverwaltung hat bereits Verspätung.

Das neue IT-Projekt der Steuerverwaltung hat bereits Verspätung.

Vor knapp zwei Jahren ist das Informatik-Grossprojekt INSIEME der Eidgenössischen Steuerverwaltung endgültig gescheitert. Doch auch beim Nachfolgeprogramm FISCAL-IT läuft nicht alles rund, wie ein Bericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) zeigt.

Die Projekte des Programms FISCAL-IT hätten mehrheitlich bereits Verzögerungen, schreibt die EFK in ihrem kürzlich veröffentlichten Bericht, über den die «Neue Zürcher Zeitung» am Freitag auf ihrer Online-Seite berichtete. Ob die gesetzten Ziele innert der geplanten Zeit umgesetzt werden können, könne derzeit nicht beurteilt werden.

Noch zu viele mit INSIEME beschäftigt

Unklar sind gemäss dem Bericht auch die Vorgaben für das Projekt. Eine «konkrete, fassbare Vision, wohin man mit FISCAL-IT bis 2018 gehen will,» habe Ende letzten Jahres, als die EFK das Projekt unter die Lupe nahm, nicht in schriftlicher Form bestanden.

Die EFK bemängelt weiter, dass Schlüsselpersonen im Programm FISCAL-IT ihren Arbeiten nur eingeschränkt oder mit erheblichem zusätzlichem Engagement nachkommen könnten. Denn nach wie vor seien die Mitarbeitenden der Eidgenössischen Steuerverwaltung mit der Aufarbeitung des abgebrochenen Projektes INSIEME beschäftigt.

Ein «erhebliches Risiko«im weiteren Verlauf des Programms sieht die EFK darin, dass verschiedene zentrale Rollenträger überbelastet werden könnten. Dagegen seien jedoch bereits Massnahmen eingeleitet worden.

Probleme zu lang hin und her geschoben

Kritik übt der Bericht auch am Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT). Die Führungsstufe im BIT müsse vermehrt aktiv werden und das Programm besser unterstützen, fordert die EFK. «Probleme und unterschiedliche Lösungsansätze werden heute zu lange auf Projektstufe diskutiert beziehungsweise hin und her geschoben», heisst es im Bericht.

Die Programmführung beurteilt die EFK zwar grundsätzlich als gut. Defizite stellte sie jedoch bezüglich Information und Kommunikation fest. So haben offenbar nicht alle Projektbeteiligten Zugriff auf die für sie relevanten Dokumente.

Druck als Risikofaktor

Insgesamt hat die EFK einen «guten Eindruck» von FISCAL-IT, wie sie schreibt. Trotz instabiler Rahmenbedingungen sei in kurzer Zeit einiges erreicht worden, und der Wille sowie die Motivation zur Erreichung der Ziele seien spürbar. Ebenfalls überall spürbar sei jedoch der Druck auf das Programm. Dieser stelle einen wesentlichen Risikofaktor für das Erreichen der Ziele dar.

Die EFK hatte FISCAL-IT im Auftrag des Bundesrats Ende letzten Jahres unter die Lupe genommen. Das IT-Projekt, das im 1. Quartal 2013 offiziell gestartet worden, dient der Erneuerung der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) in der Eidgenössischen Steuerverwaltung. (sda)

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