Neues Jugendschutzgesetz zu wenig klar kommuniziert?
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Neues Jugendschutzgesetz zu wenig klar kommuniziert?

Seit Anfang Jahr kann gebüsst werden, wer für jüngere Geschwister oder Gspänli Alkohol besorgt. Dies weiss jedoch kaum jemand: Der Kanton habe zu wenig informiert, kritisieren nun Präventionsexperten.

«Wir bekommen laufend Telefonate von verunsicherten Leuten», sagt Ruedi Löffel von der Berner Fachstelle für Suchtprävention. Seit Anfang Jahr gelten im Kanton Bern die wohl härtesten Jugendschutzbestimmungen der Schweiz: So macht sich unter anderem bereits strafbar, wer für seine kleineren Geschwister oder ein jüngeres Gspänli Alkohol kauft. «Weil vom Kanton nichts kommuniziert wurde, wissen aber weder das Verkaufspersonal noch die Konsumenten Bescheid», nervt sich Löffel. «Damit haben wir ein echtes Problem.»

Dass ein Informationsdefizit besteht, findet auch Marc Heeb von der Stadtberner Gewerbepolizei. «Bis im März wollen wir alle Geschäfte mit Merkblättern sensibilisieren. Zudem werden wir bei den Verkaufsstellen vorsprechen.» Laut Heeb wurde zwar bisher noch niemand gebüsst. «Wenn wir aber jemanden in flagranti erwischen, gibts eine Anzeige.» Die Mindestbusse beträgt 200 Franken.

Ruedi Löffel will jetzt nochmals beim Kanton intervenieren, damit die neuen Bestimmungen rasch bekannt werden. «Zudem dehnen wir in diesem Jahr unsere Testkäufe aus», sagt er.

Raffaela Moresi

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