Opioide: Neues Schmerzmittel ohne Nebenwirkungen?
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OpioideNeues Schmerzmittel ohne Nebenwirkungen?

Wenn Schmerzen unerträglich sind, helfen oft nur Opioide. Aber die können abhängig machen und den Atem lähmen. Nun naht Abhilfe.

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Wenn es schmerzt, helfen manchmal nur noch Schmerzmittel auf Basis von Opioiden. Doch die haben schwerwiegende Nebenwirkungen, die sogar zum Tod führen können.

Wenn es schmerzt, helfen manchmal nur noch Schmerzmittel auf Basis von Opioiden. Doch die haben schwerwiegende Nebenwirkungen, die sogar zum Tod führen können.

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Und das nicht nur wie bei Prince durch eine Überdosis.

Und das nicht nur wie bei Prince durch eine Überdosis.

Keystone/AP/Chris O'meara
Eine der am meisten befürchteten Nebenwirkungen ist neben der Gefahr einer Abhängigkeit die Atemlähmung, der häufigsten Todesursache nach einer Überdosis von Schmerzmitteln oder Heroin.

Eine der am meisten befürchteten Nebenwirkungen ist neben der Gefahr einer Abhängigkeit die Atemlähmung, der häufigsten Todesursache nach einer Überdosis von Schmerzmitteln oder Heroin.

Keystone/Georgios Kefalas

Bei Schmerzmitteln liegen Freud und Leid nah beieinander – vor allem bei den Opioiden, zu denen unter anderem Morphium zählt: Auf der einen Seite lindern sie Qualen, auf der anderen Seite können sie zum Tod führen – und das nicht nur wie bei Prince durch eine Überdosis.

Eine der am meisten gefürchteten Nebenwirkungen ist neben der Gefahr einer Abhängigkeit die Atemlähmung. Weltweit suchen daher Wissenschaftler nach einer Opioid-Alternative, darunter auch Aashish Manglik und seine Kollegen von der Stanford University. Und das – wie es aussieht – mit Erfolg, wie die Forscher im Fachjournal «Nature» schreiben.

Effektiv und nicht gefährlich

Die Mediziner haben den Wirkstoff PZM21 entwickelt, der in Experimenten mit Mäusen so zuverlässig wirkt wie ein Opiat, aber keine seiner Nebenwirkungen hat, wie die Hochschule mitteilt.

Weiterer Pluspunkt des neuen Mittels: PZM21 hemmt offenbar auch den sogenannten Kappa-Opioid-Rezeptor, was auch Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Halluzinationen verhindert.

Bis das Mittel auf den Markt kommt, dürfte es noch einige Zeit dauern. Denn erst müssen die Resultate in Studien mit Ratten und dann noch mit Menschen bestätigt werden.

Die Krux mit den Opiaten

Die schmerzlindernde Wirkung kommt zustande, wenn der Wirkstoff an sogenannte mu-Opioid-Rezeptoren in Gehirn und Rückenmark andockt. Dadurch werden in den Zellen mehrere Reaktionen ausgelöst, die bewirken, dass die Weiterleitung und Verarbeitung der Schmerzreize unterdrückt wird.

Das Problem: Alle bisher bekannten Opioide aktivieren zudem weitere molekulare Schaltkreise, die zu Atemlähmung führen können, der häufigsten Todesursache nach einer Überdosis von Schmerzmitteln oder Heroin.

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