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Universitätsspital BaselNeues System spart pro Jahr 100'000 Mahlzeiten

Mit vorgekochten und abgepackten Menüs kann das Universitätsspital Basel bis zu 40 Tonnen Food-Waste pro Jahr verhindern.

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obr
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Im Sommer 2018 hat das Universitätsspital Basel seine Patientengastronomie neu ausgerichtet. Als erstes Spital der Schweiz kocht das USB das Essen der Patienten nicht mehr einzeln, sondern nach der Micro-Past-Methode im Voraus und zentral in einer Grossküche.

Im Sommer 2018 hat das Universitätsspital Basel seine Patientengastronomie neu ausgerichtet. Als erstes Spital der Schweiz kocht das USB das Essen der Patienten nicht mehr einzeln, sondern nach der Micro-Past-Methode im Voraus und zentral in einer Grossküche.

Gazzetta
Die Gastronomie ist ein Grossbetrieb im Universitätsspital: Rund 5400 Mahlzeiten werden hier täglich zubereitet.

Die Gastronomie ist ein Grossbetrieb im Universitätsspital: Rund 5400 Mahlzeiten werden hier täglich zubereitet.

Stefan Bienz
Das neue System sei wesentlich umweltfreundlicher als die alte «Cook and Serve»-Methode, schreibt das USB in seiner Mitarbeiterzeitschrift «Gazzetta»: «Gesamthaft entstehen mit der neuen Methode 18 Prozent weniger Umweltbelastung als mit dem alten System.»

Das neue System sei wesentlich umweltfreundlicher als die alte «Cook and Serve»-Methode, schreibt das USB in seiner Mitarbeiterzeitschrift «Gazzetta»: «Gesamthaft entstehen mit der neuen Methode 18 Prozent weniger Umweltbelastung als mit dem alten System.»

Universitätsspital Basel

Als erstes Spital der Schweiz kocht das USB das Essen der Patienten nicht mehr einzeln. Die Menüs werden nach der Micro-Past-Methode im Voraus und zentral in einer Grossküche vorbereitet. Auf Bestellung können sie aufgewärmt werden. Nach der Umstellung der Patientengastronomie im Sommer 2018 hat das Spital eine erste Bilanz gezogen.

Das neue System sei wesentlich umweltfreundlicher als die alte «Cook and Serve»-Methode, schreibt das USB in seiner aktuellen Ausgabe der Mitarbeiterzeitschrift «Gazzetta»: «Gesamthaft entstehen mit der neuen Methode 18 Prozent weniger Umweltbelastung als mit dem alten System.» Dies sei vor allem der geringeren Verschwendung von Nahrungsmitteln zu verdanken.

Mit der alten Vorgehensweise seien für eine tatsächlich konsumierte Mahlzeit noch 1,4 Portionen zubereitet worden. Für jede Tonne Essen, die verzehrt wurde, landeten 400 Kilo Lebensmittel im Müll. «Dieser Faktor ist dank der viel besseren Planbarkeit der Herstellung und der Lagerbarkeit massiv gesunken», heisst es in der Zeitschrift.

Weniger Food-Waste, mehr Plastikmüll

Dr. Christian Abshagen, Leiter des Medizincontroling des USB, hat für die Fachhochschule Nordwestschweiz die Ökobilanz der neuen Methode untersucht. Er sagt dem Magazin: «Bezogen auf die täglichen zwei warmen Mahlzeiten sparen wir jetzt beeindruckende 100'000 Mahlzeiten pro Jahr.» Das entspricht 30 bis 40 Tonnen weniger Lebensmittelabfälle.

Ein Wermutstropfen der neuen Massnahme sei die Zunahme des Plastikabfalls. «Das sind zehn Tonnen Plastikmüll im Jahr», sagt Abshagen. Dennoch lohne sich das neue System, da dessen Umweltauswirkung im Gegensatz zum ökologischen Fussabdruck der Lebensmittelproduktion bescheiden sei.

Weitere Optimierungen angedacht?

Ein weiterer Ansatz zur Optimierung, der in Zukunft verfolgt werde, sei die Zusammensetzung der Menüs. «Wären ab morgen alle Patientenmenüs zu 100 Prozent vegetarisch, würde sich der ökologische Fussabdruck schlagartig halbieren», so Abshagen zur Hauszeitschrift. Weitere Prozesse, die einer Öko-Untersuchung unterzogen würden, seien das Feld des medizinischen Verbrauchsmaterials.

Das neue Gastrokonzept komme übrigens auf Wunsch der Patienten, heisst es in der «Gazzetta». Denn diese hätten sich mehr Auswahl und Flexibilität gewünscht.

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