Netzüberlastung: Neues Tram lässt Bern still stehen
Aktualisiert

NetzüberlastungNeues Tram lässt Bern still stehen

In Bern-Bümpliz ist am Sonntagmittag das neue Tram Bern West offiziell eröffnet worden. Die Inbetriebnahme verlief nicht problemlos.

Im Osten Berns standen aufgrund eines Stromausfalls wegen Netzüberlastung 15 Minuten lang die Trams still. Als um 9.30 Uhr morgens alle Trams von BERNMOBIL mit laufender Heizung auf den Schienen unterwegs gewesen seien, habe im Osten Berns ein Gleichrichter von Energie Wasser Bern der Belastung nicht mehr standgehalten, sagte BERNMOBIL-Direktor René Schmied am Rand der Eröffnungsfeierlichkeiten.

Der Schaden und die Schwachstelle seien aber rasch behoben worden und schon am Montag sei nicht mehr mit diesem Problem zu rechnen, ergänzte Schmied. Das Stromnetz sei richtig dimensioniert. Betroffen vom Stromausfall am Sonntagmorgen waren die Trams nach Bern-Saali, Bern-Ostring und Worb.

Vor der Inbetriebnahme des Trams Bern West hatten Berns städtische Verkehrsbetriebe und der städtische Energieversorger Energie Wasser Bern umfangreiche Tests vorgenommen. Erst am Sonntag seien aber erstmals 20 Trams mehr auf den Schienen unterwegs gewesen als bisher, sagte Schmied weiter. Deshalb habe man nicht alles testen können.

Für BERNMOBIL bedeutet die Eröffnung der neuen Tramlinien 7 und 8 nach Bern-Bümpliz und Bern-Brünnen - die Linie nach Westen verästelt sich eingangs Bümpliz - ein Quantensprung. Auf einen Schlag wächst das Tramnetz in Kilometern ausgedrückt um 40 Prozent.

«Der letzte Bus nach Bümpliz»

Eröffnet wurde das Tram Bern West mit dem traditionellen Durchschneiden eines Bandes vor einem der neuen Combino-Trams von BERNMOBIL.

Sechs Personen fiel diese Ehre zu: Der kantonalen Verkehrsdirektorin Barbara Egger-Jenzer, dem Berner Stadtpräsidenten Alexander Tschäppät, der Berner Baudirektorin Regula Rytz sowie René Schmied. Zudem erhielten zwei Bümplizer, die Vertreter von Quartierorganisationen Thomas Lüthi und Bernardo Albisetti, eine Schere.

Zuvor waren die Prominenten mit einem mit «Der letzte Bus nach Bümpliz» angeschriebenen BERNMOBIL-Gelenkbus zum Festplatz im Bümplizer Zentrum gebracht worden. Dort ausgestiegen, sprach Tschäppät in seiner Rede von einem «Prachtstag» und von einem «klaren und nachhaltigen Zeichen für den öffentlichen Verkehr».

Der Osten Berns und der Westen Berns rückten durch die beiden neuen Tramlinien näher zusammen und Bümpliz stehe dank Tram und Attraktionen wie dem Einkaufszentrum Westside ein grosser Aufschwung bevor.

Die Feierlichkeiten rund um das neue Tram Bern West gingen am Sonntagnachmittag mit einem grossen Volksfest weiter.

Volles Tram frühmorgens um 5 Uhr

Dem Eröffnungsanlass in Bümpliz wohnten schätzungsweise 300 bis 400 Personen bei. Auch die erste fahrplanmässige Fahrt des neuen Trams Bern West am frühen Sonntagmorgen kurz nach fünf Uhr stiess auf Interesse: An jeder Station ab Bern-Hauptbahnhof stiegen nach und nach Personen ein.

An der Endstation Bern-Brünnen war das Tram voll, wie Bernard Bickel von den Festorganisatoren auf Anfrage sagte. Viele Einheimische und Tramfans wollten sich also diese erste Fahrt nicht entgehen lassen.

(sda)

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