Luzern: Neues Verkehrsregime - nun verteilt Polizei Bussen
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LuzernNeues Verkehrsregime - nun verteilt Polizei Bussen

Seit zwei Wochen darf man nicht mehr rechts zum Bahnhof abbiegen. Da viele Lenker das Verbot missachteten, wird nun gebüsst. Das sorgt für Ärger.

von
mme
Die Polizisten vor dem Bahnhof in Luzern verteilten am Montag Bussen an Autofahrer, die verbotenerweise von der Pilatusstrasse rechts abgebogen sind.

Die Polizisten vor dem Bahnhof in Luzern verteilten am Montag Bussen an Autofahrer, die verbotenerweise von der Pilatusstrasse rechts abgebogen sind.

Seit Ende September gilt auf der Pilatusstrasse, einer der Luzerner Verkehrsadern, ein neues Regime: Die Busspur auf der rechten Fahrbahn wurde bis zum Bahnhof verlängert, damit die Busse schneller vorwärtskommen. Autofahrer dürfen daher nicht mehr rechts zum Bahnhof abbiegen - sie müssen neu über den Bundesplatz und dann über die Zentralstrasse fahren, wenn sie zum Bahnhof wollen. Bis letzten Mittwoch standen Verkehrslotsen im Einsatz, die Falschfahrer in die richtige Spur wiesen.

«Das ist ein Brennpunkt»

Am Montagmorgen nun griff die Polizei ein. «Das ist ein Brennpunkt. Wir haben festgestellt, dass sich dort einige Verkehrsteilnehmer nicht an die Regeln halten, deshalb führten wir eine Kontrolle durch», sagt Urs Wigger, Sprecher der Luzerner Polizei. Im Einsatz standen während eindreiviertel Stunden sieben Polizisten und zwei Verkehrsassistenten. Sie büssten 21 Autofahrer, drei Velofahrer und zwei Carchauffeure. Die Fahrzeugführer wurden entweder wegen Befahrens einer Busspur gebüsst, was mit 60 Franken zu Buche schlägt, oder weil sie verbotenerweise rechts abbogen, was 100 Franken kostet.

Verbot auch willentlich missachtet

Gemäss einem Leserreporter missachten viele Autofahrer die neue Signalisation. Laut Polizeisprecher Wigger waren unter den Gebüssten sowohl ortskundige wie auch -unkundige Verkehrsteilnehmer. «Ein ausländischer Autofahrer etwa hat gesagt, er sei einfach einem Auto mit Schweizer Kontrollschild nachgefahren, weil er gedacht habe, dieser kenne den richtigen Weg», sagt Wigger. Andere Gebüsste hätten offen zugegeben, sie wüssten um das neue Abbiege-Verbot, hätten es aber willentlich missachtet, um Zeit zu sparen.

TCS ist irritiert

Bei der TCS Sektion Waldstätte ist man «überrascht» vom Vorgehen der Polizei, wie Geschäftsführer Alex Mathis sagt. Er kritisiert vor allem, dass die neue Verkehrsführung ungenügend signalisiert sei und viele Autofahrer nur aus diesem Grund falsch fahren würden. «Wir haben auch viele Rückmeldungen von Autofahrern, welche dies bemängeln», sagt Mathis. Er findet es falsch, dass jetzt schon Bussen verteilt werden. Viel eher angebracht wäre es laut Mathis, die Signalisation zu verbessern und darauf hinzuwirken, dass Navigationsgeräte den richtigen Weg aufzeigen.

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