Vor der Reitschule: Neues Videomaterial zeigt nächtliche Berner Krawalle
Aktualisiert

Vor der ReitschuleNeues Videomaterial zeigt nächtliche Berner Krawalle

Es knallt und klirrt: Videoaufnahmen von der Schützenmatte zeigen die Tumulte der Wochenendnacht.

von
miw

Videoaufnahmen zeigen Scharmützel aus nächster Nähe. (Video: 20Minuten)

Im Sekundentakt werden Geschosse abgefeuert: Vonseiten der Reitschüler kommen Flaschen geflogen, die Polizisten schiessen mit Gummischrot zurück. Dies zeigen Videoaufnahmen, die ein Passant am frühen Sonntagmorgen vor der Reitschule gemacht hat.

Mehrere Stunden lang sollen die Tumulte auf der Berner Schützenmatte in der Wochenendnacht angehalten haben. Auch noch um 4 Uhr morgens standen sich rund 40 Polizisten und 150 Reitschüler gegenüber, berichtet ein Augenzeuge.

Flaschen, Stangen, Feuerwerk

Mittlerweile hat die Berner Polizei ein Communiqué zu den nächtlichen Vorfällen verschickt. Dabei schildert sie den Hergang wie folgt: «Gegen 23.30 Uhr wurde die anwesende Patrouille durch eine Gruppe Personen, in der sich auch Vermummte befanden, von der Reitschule her mit Wasserballonen beworfen und bedrängt.» In der Folge habe sich die Patrouille aus der «Wurfdistanz» zurückgezogen, um die weitere Entwicklung zu beobachten. «Dabei wurde festgestellt, wie sich die Gruppe vorübergehend ins Innere der Reitschule zurückzog.» Die Polizei blieb auf Platz.

«Kurz nach Mitternacht versammelten sich erneut von der Reitschule her rund zwei Dutzend Personen, darunter auch wiederum zahlreiche Vermummte. Dabei konnten die Polizisten in der Gruppe auch Personen ausmachen, die Stöcke und Flaschen bei sich trugen.» Aus der Gruppe seien erst Flaschen, schliesslich – als weitere Polizisten anrückten – auch Eisenstangen und Feuerwerkskörper geworfen worden. «Zum Eigenschutz und um die Angreifer zurückzudrängen, mussten Gummischrot und Reizstoff eingesetzt werden», schreibt die Polizei.

Verletzte Polizisten und Reitschüler

Drei Polizisten wurden verletzt, zwei davon mussten in Spitalpflege gebracht werden. Ein Ambulanzteam betreute vor Ort mehrere Personen, die aufgrund des Reizstoffeinsatzes Beschwerden hatten. Auch auf der Gegenseite soll es Verletzte gegeben haben: «Mindestens eine Person liegt noch im Spital:

Gummigeschosse der Polizei trafen sie direkt in den Genitalbereich», heisst es in einer Stellungnahme der Mediengruppe der Berner Reitschule.

Mediengruppe der Reitschule: «Polizei provozierte»

Sauer stösst der Mediengruppe das Vorgehen der Polizei auf. Demnach sollen bereits vor Mitternacht mehrere schwere Kastenwagen in der Hodlerstrasse gestanden haben, heisst es in der Mitteilung. Man hege den Verdacht, dass die Polizei eine Intervention bei der Reitschule geplant habe und eine Eskalation provozieren wollte.

Im Rahmen des Einsatzes wurden acht Personen von den Polizisten angehalten, darunter drei, die gemäss Beobachtungen Gegenstände gegen die Einsatzkräfte geworfen hatten. Die Angehaltenen wurden für weitere Abklärungen auf eine Polizeiwache gebracht. Sie werden sich allesamt vor der Justiz verantworten müssen.

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