11.06.2015 17:14

Abgefahren

Neuester Hype aus New York ist eine Indianerdroge

Das Pflanzengetränk Ayahuasca ist in New York Thema Nummer eins. Auch Stars erzählen gern von ihren krassen Trips.

von
Yvonne Eisenring
Ayahuasca-User berichten von Selbstzweifeln, die in Form von farbigen Mustern aufgetaucht und dann endgültig verschwunden seien.

Ayahuasca-User berichten von Selbstzweifeln, die in Form von farbigen Mustern aufgetaucht und dann endgültig verschwunden seien.

Plötzlich wollen es in New Yorks Szene alle «irgendwann, besser möglichst bald, unbedingt mal ausprobieren»: Ayahuasca. Der neueste Hype in der Weltmetropole ist eine halluzinogene Droge und stammt aus dem Amazonas. Indianische Stämme verwenden Ayahuasca schon seit Jahrhunderten für religiöse Rituale. Jetzt ist das Kraut im Norden angekommen und wird von den Jungen und Hippen in NYC und L.A. fleißig auf die Bucket List gesetzt.

Wer das Erlebnis schon abgehakt hat, erzählt von Dämonen, die er während des Trips bekämpft und besiegt hat. Von vergessenen Selbstzweifeln, die in Form von farbigen Mustern aufgetaucht und dann endgültig verschwunden seien. Und von dem Wahnsinnsgefühl am Tag danach. Ein Spaziergang sei der Trip aber nicht, schieben die Ayahuasca-Kenner nach und machen die Neugier der Unwissenden damit noch größer.

Das Gebräu schmeckt grässlich und ist illegal

Ayahuasca besteht aus zwei Pflanzen und wird zu Tee gekocht. Das Gebräu soll grässlich schmecken und ist illegal. Dass einem auf einer Party ein Schluck Ayahuasca von einem Dealer angeboten wird, ist unwahrscheinlich. Das Kraut ist nichts für nebenbei. Die Wirkung ist zu stark, die Nebenwirkungen auch. Erbrechen und Durchfall gehören dazu. Im Internet kann Ayahuasca zwar gekauft werden, die Dschungel-Droge allein zuhause zu probieren, ist aber den meisten zu gefährlich – lieber in der Gruppe und unter Aufsicht eines Schamanen das Bewusstsein erweitern.

Wer die echte Erfahrung will, muss nach Südamerika. In der Stadt Iquitos in Peru werden an jeder Ecke ein- bis mehrtägige Ayahuasca-Camps angeboten. Den geschäftigen New Yorkern ist das aber oft zu weit weg. Für ein paar hundert Dollar kann man ein ähnliches Erlebnis auch bei einem Exil-Schamanen in Brooklyn oder im Norden des Staates haben. Das Ritual und der Trip scheinen ohnehin überall etwa gleich zu sein. Im Dämmerlicht wird zuerst gesungen, dann getrunken, kurze Zeit später wird munter drauflos gekotzt. Ist der Magen leer, geht der Geist auf Reisen.

Horror-Geschichten schrecken kaum jemanden ab

Zahlreiche Prominente schwören auf die Wirkung der sogenannten «Liane der Geister». Lindsay Lohan erzählt, Ayahuasca habe ihr über das Trauma ihrer Fehlgeburt hinweggeholfen. Sting reiste mit seiner Frau in den Amazonas und spürte wegen des Tranks eine tiefe Verbundenheit mit dem Universum. Und «Gossip Girl»-Star Penn Badgley sagt, er habe während seines Ayahuasca-Trips die tiefsinnigsten Momente seines Lebens gehabt.

Nicht jeder kommt beim Thema derart ins Schwärmen. Einige erzählen, sie hätten wenig bis gar nichts gespürt. Und ungefährlich sind die Trips auch nicht. Es gibt Berichte von Frauen, die von unprofessionellen Schamanen sexuell belästigt wurden. Andere erzählen von nicht enden wollenden Horrortrips, und man liest auch von schweren körperlichen und ganz selten sogar tödlichen Folgen. Die New Yorker Szenekenner schreckt das nicht ab. Im Gegenteil. Die Gefahren und die skeptischen Stimmen machen Ayahuasca umso interessanter. Und den Hype umso größer.

20 Minuten Friday

20 Minuten Friday ist ein Teil des Medienverbundes 20 Minuten. Eine eigenständige Redaktion berichtet aus der Welt der nationalen und internationalen Stars. Ein umfangreicher Modeteil und Style-Rubriken ergänzen den Lesestoff.

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