Aktualisiert 30.08.2015 19:11

Schweizer AlpenNeun Menschen sind in den Bergen verunglückt

Diese Woche sind in den Schweizer Alpen neun Menschen ums Leben gekommen. Zwei Alpinisten konnten gerettet werden.

von
ij
Am Girenspitz (2253 M.ü.M.) verunglückte ein 29-jähriger Bergsteiger tödlich.

Am Girenspitz (2253 M.ü.M.) verunglückte ein 29-jähriger Bergsteiger tödlich.

Das herrliche Sommerwetter lockte diese Woche viele Wanderer und Bergsteiger in die Schweizer Alpen. Für die Retter war es eine anstrengende Woche. Die traurige Bilanz: Insgesamt neun Menschen verunglückten in der Zentralschweiz, im Berner Oberland, im Alpstein und im Wallis. Zwei Alpinisten hatten Glück im Unglück und konnten von den Rettern geborgen werden.

Am Samstagnachmittag stürzte in Wildhaus SG ein 29-jähriger Bergsteiger auf einer Klettertour im Alpsteingebiet ab. Er konnte nur noch tot geborgen werden. Der Deutsche war mit einem Begleiter über den Ostgrat in Richtung Girenspitz unterwegs, teilte die St. Galler Kantonspolizei mit. Bei Umgehen eines Felsens stürzte er in die Tiefe. Der zweite Bergsteiger konnte mit einer Seilwindaktion unverletzt gerettet werden.

Beim Gspaltenhorn im Gemeindegebiet von Lauterbrunnen im Berner Oberland verunglückte am Samstagmorgen ein Alpinist. Der leblose Körper wurde im Gebiet «Böser Tritt» gefunden. Der Mann konnte noch nicht identifiziert werden, wie die Kantonspolizei Bern am Sonntag mitteilte.

Dreierseilschaft sichert einen abgestürzten Berggänger

Im Wallis starben seit Mittwoch vier Menschen bei Bergunfällen. Am Samstag stürzte am Täschhorn ein 50-jähriger Bergsteiger rund 150 Meter in die Tiefe. Der Mann konnte nur noch tot geborgen werden. Das Unfallopfer habe sich zusammen mit einem Begleiter auf dem Abstieg vom Gipfel befunden, als er abstürzte. Nach Polizeiangaben waren die Männer nicht angeseilt.

Fast zur gleichen Zeit, gegen 14 Uhr, rutschte ein Deutscher unterhalb der Binerplatte am Zinalrothorn aus und fiel in die Tiefe. Dabei zog er sich Verletzungen am Kopf zu. Der Mann war Teil einer Dreierseilschaft. Seine Begleiter hätten den Verunglückten noch rechtzeitig sichern können. Der Mann wurde schliesslich von der Rettungstruppe Zermatt und der Air Zermatt geborgen.

Am Freitag waren zwei Bergsteiger in den Walliser Alpen in den Tod gestürzt – ein Einheimischer am Matterhorn und ein Deutscher am Weissmies. Zudem fanden Rettungstruppen in der Nähe von Saas Fee am Freitag einen seit Mittwoch vermissten betagten Wanderer.

Zwei Tote in der Zentralschweiz

Ebenfalls am Samstagmorgen verunglückte ein 53-jähriger Schweizer auf dem Abstieg vom Pilatus in Richtung Fräkmünt und stürzte über eine 35 Meter hohe Felswand. Der Mann war in einer Wandergruppe von insgesamt sieben Personen unterwegs gewesen.

Ein Wanderer aus dem Kanton Zug, der seit Sonntagabend vermisst worden war, ist am Dienstag im Rigigebiet tot geborgen worden. Der 71-Jährige war von der Alp Egg Richtung Rigi-Hochflue unterwegs, als er das Gleichgewicht verlor. Der Mann sei rund 150 Meter in sehr steilem Gelände abgestürzt, teilte die Kantonspolizei Schwyz mit.

Eine 52-jährige Wanderin stürzte am Samstagabend im Kanton Freiburg in den Tod. Sie verlor beim Abstieg vom Dent de Lys das Gleichgewicht und stürzte rund 80 Meter in die Tiefe, wie die Kantonspolizei Freiburg mitteilte.

Glück hatte ein Alpinist, der am Mittwoch an der Dent de Broc in den Freiburger Voralpen in steilem Gelände mehrere Dutzend Meter weit abgestürzt war. Mit gebrochenem Bein und Rückenschmerzen blieb der Mann in dicht überwachsenem Gebiet liegen. Per Helikopter wurde er ins Spital geflogen.

Hochbetrieb für die Rega

Wie die Rega im heutigen Communiqué mitteilt, hatte sie in den vergangenen Tagen Hochbetrieb. Die Rettungshelikopter standen mehr als 140 Mal im Einsatz, zeitweise fast alle gleichzeitig. Und auch im Ausland waren Rega-Crews rund um die Uhr unterwegs, um verunfallte oder erkrankte Schweizerinnen und Schweizer in die Heimat zu transportieren.

Die Rega blickt auf einen intensiver Sommer 2015 zurück. Weil das schöne, sehr warme Wetter wieder mehr Menschen nach Draussen lockte, war auch sie öfter unterwegs als noch im vergangenen, aussergewöhnlich kalten und verregneten Sommer 2014. So bewegen sich die Einsatzzahlen nach diesem letzten Hochsommer-Wochenende bei rund 2850 transportierten Patienten für die Monate Juni bis August 2015 – und damit etwa auf dem Niveau des Jahres 2013. Zum Vergleich: 2014 waren es rund 2500 Patienten. (ij/sda)

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