Aktualisiert 25.06.2009 14:47

Hochwasser in MitteleuropaNeun Menschen sterben im Dauerregen

Nach tagelangem Dauerregen haben schwere Überschwemmungen in Mitteleuropa für Chaos gesorgt. Am schlimmsten war der Osten Tschechiens betroffen, wo mindestens neun Menschen ums Leben kamen und hunderte ihre Häuser verlassen mussten.

Im tschechischen Jesenik-nad-Odru wurden laut Feuerwehr mehrere Häuser von den Fluten weggerissen. Mehrere Dörfer seien von der Aussenwelt abgeschnitten, berichtete ein Feuerwehrsprecher, hunderte Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Aus einem Gebäude konnten rund 20 Menschen noch rechtzeitig gerettet werden.

Wegen der Überschwemmungen waren Bahnstrecken teilweise unbefahrbar, rund 2000 Menschen waren von der Gasversorgung abgeschnitten. Nach Angaben der Behörden starben in der zu Mähren gehörenden Region Novy Jicin mindestens neun Menschen, fünf von ihnen ertranken in den Hochwasserfluten.

Die Lage in der Region sei «unter Kontrolle», sagte Tschechiens Regierungschef Jan Fischer bei einer Krisensitzung des Kabinetts in Prag. Nach seinen Angaben stiegen die Wasserpegel nicht weiter an. Laut dem tschechischen Wetterdienst werden die heftigen Regengüsse aber voraussichtlich in den nächsten Tagen andauern.

Land unter auch in Polen

Dauerregen und heftige Gewitter lösten auch im Süden Polens schwere Überschwemmungen aus. In Czechowice-Dziedzice in Schlesien wurde am Mittwoch der Zugverkehr eingestellt, nachdem der Bahnhof überflutet worden war. Unter Wasser steht auch eine Schnellstrasse.

In der grössten Stadt der Region, Bielsko-Biala, sind nach Angaben des polnischen Radios ein Spital und Teile des Arbeitsamtes überflutet. Die Feuerwehr musste seit Mittwochabend 150 Mal ausrücken. Auch in Olsztyn (Allenstein) und Ostroda (Osterode) stehen Läden, Keller und Garagen unter Wasser, berichtete die Polnische Presse-Agentur PAP.

Tausende Polizisten im Einsatz

In Österreich stürzte ein Geländewagen bei Graz in die Hochwasser führende Mur. Obwohl die Polizei sofort eine intensive Suche einleitete, konnten zunächst weder das Fahrzeug noch mögliche Insassen gefunden werden.

In Wien kam es am Nachmittag zu ersten Überschwemmungen durch die Donau. Wegen des Einbruchs von Feuchtigkeit musste das Kunstdepot des Albertina-Museums in der Innenstadt mit etwa 950 000 Werken vorsichtshalber evakuiert werden.

In den Hochwassergebieten Österreichs waren 3000 Polizisten und rund 10 000 Feuerwehrleute im Einsatz. Auch die Armee half mit zunächst 1000 Soldaten aus.

Höhepunkt überschritten

Unterdessen kündigte sich in Österreich ein Ende des seit Sonntag andauernden Dauerregens an. «Der Höhepunkt ist zweifellos überschritten», sagte ein Meteorologe im Rundfunk ORF. Statt des Dauerregens wurden nunmehr kräftige Gewitter erwartet.

In Süddeutschland führte der Dauerregen besonders in Oberbayern zu Überflutungen von Äckern und kleineren Strassen. Auf oberbayerischen Autobahnen kam es auf nassen Fahrbahnen zu mehreren Unfällen. Inzwischen gingen in Bayern die Pegel der Flüsse allmählich wieder zurück. (sda)

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