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Neun Monate in Seenot: Zwei verhungerten

Das Drama um die nach neunmonatiger Odyssee auf dem Pazifik geretteten mexikanischen Fischer erhält eine neue Dimension: Zwei starben, weil sie kein rohes Fleisch essen wollten.

Das Boot war im Oktober 2005 mit fünf Mann Besatzung ausgelaufen, zwei Besatzungsmitglieder verhungerten auf der Irrfahrt, bestätigten die mexikanischen Behörden am Donnerstag. Die drei Überlebenden waren vor einer Woche von taiwanesischen Hochseefischern etwa 8000 Kilometer von ihrem Heimathafen entfernt gerettet worden.

Nach Angaben des Fischers Jesús Eduardo Vidana starben die beiden Gefährten im Januar und im Februar. Sie hätten es nicht ertragen, Vögel und Fische roh zu essen, berichtete er. Die Leichen hätten er und seine Kameraden über Bord geworfen.

Jesús Eduardo Vidana wurde während seiner Irrfahrt auch Vater. Der mexikanische Fernsehsender Televisa zeigte am Donnerstag Bilder von der jungen Frau des Fischers mit dem Baby im Arm und dem erstgeborenen Kleinkind an ihrer Seite. «Ich liebe ihn sehr», sagte sie unter Tränen.

Bis Vidana seine Lieben in die Arme schliessen kann, werden noch einige Tage vergehen. Der taiwanische Trawler, der die Männer aus dem Pazifik rettete, wird Anfang kommender Woche auf den Marshall- Inseln erwartet. Die mexikanische Botschaft in Neuseeland will dann die Heimreise der Fischer organisieren.

Die Fischer waren am 28. Oktober 2005 aus dem Hafen von San Blas ausgelaufen, um Haie zu fangen. Ein Motorschaden, Benzinmangel und starke Winde trieben sie auf den Ozean hinaus. Im November 2005 waren sie für tot erklärt worden.

(sda)

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