Schimpansen: Neun Monate lang auf Bäumen
Aktualisiert

SchimpansenNeun Monate lang auf Bäumen

Im Kongo hat man Schimpansen entdeckt, welche die Regenzeit komplett auf Bäumen verbringen. Um keine nassen Füsse zu bekommen, sitzen sie zwischen September und Mai in der Höhe.

Das Team zählte mehrere hundert Schimpansen, die auf diese Weise die Regenmonate zwischen September und Mai verbringen.

In der Regenzeit seien die Sumpfwälder in der Region Lac Tumba überflutet, teilte der WWF am Mittwoch mit. «Wir hatten keine Ahnung, dass in dieser Gegend überhaupt Schimpansen vorkommen», sagte Projektleiter Inogwabini Bila-Isia. «Dass die Tiere es so lange in den Bäumen aushalten, hat uns die Sprache verschlagen.»

Die Region im Westen des Kongo-Beckens ist nach WWF-Angaben vermutlich das grösste Sumpfwaldgebiet der Erde. Es galt bislang als unerforscht. Die WWF-Expedition soll noch Monate unterwegs sein. Die Umweltorganisation prüft im Kongo im Auftrag der Regierung, welche Regionen sich als Schutzgebiete eignen.

Sieben Prozent des Landes stehen unter Schutz, 15 Prozent sollen es werden - insgesamt 15 Millionen Hektar in den biologisch vielfältigsten Gebieten. Im Sumpfwald stehen bereits mehr als 7000 Quadratkilometer unter Schutz.

Die Sumpfwälder sind ein wertvoller Wasserspeicher für das Kongo-Becken: Wie ein Schwamm saugen sie in der Regenzeit die Wassermengen auf und puffern Überschwemmungen ab, um anschliessend das Wasser langsam wieder abzugeben. «Ohne diesen Wasserspeicher hätte die Region mit Trockenheit und Wüstenbildung zu kämpfen», schreibt der WWF. (sda)

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