St. Gallen: «Neun Stunden durchzocken geht locker»
Publiziert

St. Gallen«Neun Stunden durchzocken geht locker»

Am vergangenen Wochenende spielten rund 700 Gamer im Rahmen einer LAN-Party in der Olma-Halle 2.0. Die Schweizer Gamer-Szene wächst von Jahr zu Jahr.

von
lad

Die Gamer erzählen vor Ort was und wie lange sie gespielt haben. Veranstalter Manuel Oberholzer erklärt Details zum Event. (Video: lad)

«Die Leute kommen aus der ganzen Schweiz», erzählt Manuel Oberholzer, Veranstalter des EEvent in St. Gallen, am Sonntag zu 20 Minuten. Die Olma-Halle 2.0 beherbergte die erste offizielle LAN-Party in St. Gallen und war damit die bisher erittgrösste in der Schweiz. Insgesamt seien rund 700 Gamer am Wochenende vor Ort gewesen. «Den Computer bringen sie alle selbst mit», so der 26-Jährige. «Und dann wird das ganze Wochenende durchgezockt.»

Wenig Schlaf, viel Austausch

«Auf einer solchen LAN-Party geht es ähnlich wie auf einem Musik-Festival zu und her», so Oberholzer weiter. Gewisse würden sich drei bis vier Stunden hinlegen und dann weiterspielen. «Jemanden habe ich sogar gesehen, der nur auf einem Frotteetuch übernachtet hat», so der Veranstalter. Es gebe sicherlich auch Gamer, die gar nicht schlafen. Gegessen werde meist vor dem Computer, Verpflegungsstände habe es genug.

Die Teilnehmer gamen von älteren Spielen wie «League of Legends» oder «Counter-Strike» bis hin zu brandneuen Spielen wie «Hellblade». Beliebt ist auch das bekannte «Call of Duty». Mit ihrem Team habe sie in diesem Spiel im Turnier den vierten Rang erreicht, sagt Michelle Waser (18) aus Luzern.

Wichtig sei jedoch nicht nur das Gamen an sich. «Es ist immer wieder schön, die Kollegen zu treffen, anstatt nur via Internet», so Michelle Reber (17), Gamerin aus Herrenschwanden BE. Das bestätigt auch Patrick Martins (23) aus Zürich: «Das ist praktisch, hier sind wir alle auf einem Haufen.»

1 / 12
Rund 700 Gamer fanden am vergangenen Wochenende den Weg an die erste offizielle LAN-Party in St. Gallen.

Rund 700 Gamer fanden am vergangenen Wochenende den Weg an die erste offizielle LAN-Party in St. Gallen.

lad
Davon sind 550 LAN-Plätze. «Das sind Leute, die fix an einem Platz sitzen», so Manuel Oberholzer, Organisator der Veranstaltung.

Davon sind 550 LAN-Plätze. «Das sind Leute, die fix an einem Platz sitzen», so Manuel Oberholzer, Organisator der Veranstaltung.

lad
Die übrigen gamen im Konsolenbereich.

Die übrigen gamen im Konsolenbereich.

lad

«Pro Turnier kann ein Team bis zu 2000 Franken gewinnen», so Oberholzer. Jeder Gamer habe die Möglichkeit, in seinem Lieblingsspiel ein Turnier spielen zu können. Die grösste Herausforderung für die Veranstalter einer LAN-Party in solchem Ausmass ist sicherlich die aufwendige Verkabelung. «Wir stellen hier an einem Wochenende ein Netzwerk auf, das normalerweise für ein ganzes Quartier reichen würde», so der Veranstalter.

Szene wächst enorm

«Der Frauenanteil wächst stetig von Event zu Event», so Oberholzer. Früher sei es noch speziell gewesen, wenn man eine Gamerin gesehen hat, heute sei das normal. Das bestätigt auch Alina Limacher (17), eine Gamerin aus Neerach ZH: «Mittlerweile sieht man alle paar Sitzplätze eine Frau», sagt sie. Das sei eine schöne Entwicklung.

Nicht nur der Frauenanteil erhöht sich von Event zu Event. «Die Gamer-Szene wächst und wird immer professioneller», sagt Jonas Eichelberger (25), Geschäftsführer von prefire.ch, der grössten eSports-Liga der Schweiz. Das sehe man vor allem auch daran, dass nicht mehr nur Technik-Sponsoren sich für die Events interessieren.

Das Wachstum zeigt sich auch Jahr für Jahr an der grössten LAN-Party in der Schweiz, die alljährlich im Oktober in Bern stattfindet. «Letztes Jahr hatten wir dort 1337 Sitzplätze. Dieses Jahr peilen wir die 2000-Marke an», so Oberholzer.

Deine Meinung