Pakistan: Neun Tote bei Geisel-Befreiungsaktion
Aktualisiert

PakistanNeun Tote bei Geisel-Befreiungsaktion

Ein Spezialkommando der pakistanischen Armee hat 30 Geiseln befreit, die mutmassliche Taliban in Rawalpindi in ihre Gewalt gebracht hatten. Bei der Kommandoaktion seien drei Geiseln, zwei Soldaten und vier Extremisten getötet worden. Bei der Aktion wurde «einer der gefährlichsten Terroristen» gefasst.

Bei der Befreiung der von pakistanischen Aufständischen gefangen genommenen Geiseln ist auch der Anführer der Extremisten - Aqeel alias Dr Usman - gefasst worden. Er hatte den Soldaten über zwei Stunden Widerstand geleistet und schliesslich einen Sprengsatz gezündet.

Durch die Explosion wurden nach Armeeangaben Aqeel selbst sowie fünf Soldaten der Spezialeinheit schwer verletzt. Ein Mitarbeiter des Geheimdienstes, der anonym bleiben wollte, sagte über Aqeel: «Er ist einer der gefährlichsten Terroristen und hat Verbindungen zu (dem Terrornetz) Al Kaida.»

Aqeel sei der mutmassliche Drahtzieher des Angriffs auf die sri- lankische Kricket-Nationalmannschaft im vergangenen März in der ostpakistanischen Stadt Lahore gewesen, bei dem mehrere Spieler verletzt und sechs Polizisten getötet worden waren. Er werde ausserdem verdächtigt, an einem Anschlag auf den damaligen Präsidenten Pervez Musharraf im Juli 2007 beteiligt gewesen zu sein.

Die Aufständischen hatten am Samstag erstmals in der Geschichte des Landes das Armee-Hauptquartier angegriffen. Dabei waren fünf Angreifer und sechs Soldaten getötet worden, darunter ein Brigadegeneral und ein Oberstleutnant.

Dutzende Tote bei Anschlägen

Erst am Freitag waren bei einem mutmasslichen Selbstmordanschlag auf einen Bus in Peshawar 49 Menschen getötet worden. Am Montag hatte ein Selbstmordattentäter das Büro des Welternährungsprogramms in der Hauptstadt Islamabad gestürmt und vier Menschen mit in den Tod gerissen. Auch die Garnisonsstadt Rawalpindi war bereits mehrfach Ziel von Anschlägen.

Die radikal-islamischen Taliban und die mit ihnen verbündeten Al- Kaida-Extremisten sind in den vergangenen Jahren auch in Pakistan immer stärker geworden. Derzeit bereitet sich die Armee auf eine Offensive gegen die Taliban in Süd-Waziristan im Grenzgebiet zu Afghanistan vor. Ein Zeitpunkt dafür steht aber noch nicht fest.

Innenminister Rehman Malik sagte, die Anschläge von Islamabad, Peshawar und Rawalpindi hätten ihren Ausgangspunkt in Süd- Waziristan. «Jetzt hat die Regierung keine andere Möglichkeit mehr als eine Offensive zu starten», sagte Malik. (sda)

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