Neun Vorkommnisse in Schweizer AKWs
Aktualisiert

Neun Vorkommnisse in Schweizer AKWs

Die Hauptabteilung für Sicherheit der Kernanlagen (HSK) hat 2006 neun Vorkommnisse in Schweizer Atomkraftwerken festgestellt. Das sind fünf weniger als im Jahr zuvor.

Die Bevölkerung sei zu keiner Zeit gefährdet gewesen, teilte die Aufsichtsbehörde am Freitag mit.

Die Schweizer Kernanlagen seien im 2006 in einem guten und sicheren Zustand gewesen, heisst es in der Jahresbilanz. Die Betriebsführung in allen Werken habe mit wenig Abweichungen den Regeln entsprochen. Die HSK klassierte im vergangenen Jahr neun Vorkommnisse in Schweizer Kernkraftwerken. Drei davon trugen sich in Gösgen zu, je zwei in den übrigen Atomkraftwerken Beznau, Mühleberg und Leibstadt. Im Paul Scherrer Institut (PSI) habe es keine Vorkommnisse gegeben.

Die HSK ordnete alle Vorkommnisse der untersten Stufe der internationalen Notfallskala zu, die bis zur Kategorie sieben reicht. Die Sicherheit der Anlagen sowie der Strahlenschutz von Personal und Bevölkerung seien nicht beeinträchtigt gewesen. Letztes Jahr sei es zudem erstmals seit der Betriebsaufnahme von Kernkraftwerken in der Schweiz im Jahr 1969 zu keiner Reaktorschnellabschaltung gekommen.

Für Reaktionen bei der HSK hat der Störfall beim Schwedischen Atomkraftwerk Forsmark gesorgt. Im Juli vergangenen Jahres waren dort nach einem Stromausfall zwei Notstromaggregate nicht angesprungen. Auf der internationalen Notfallskala wurde der Vorfall damals mit zwei eingestuft. Die HSK ordnete deshalb in allen Schweizer Kernkraftwerken Überprüfungen der Strom- und Notstromversorgungssysteme und deren Schutzeinrichtungen an. Die Ergebnisse hätten gezeigt, dass technische Massnahmen nicht erforderlich seien, schreibt die HSK. Sie empfiehlt jedoch, die Störfälle mit Teil- oder Totalausfall der Stromversorgung am Simulator verstärkt zu üben.

Ende 2006 standen in den Hallen des Zentralen Zwischenlagers (ZWILAG) in Würenlingen 25 Transport- und Lagerbehälter mit abgebrannten Brennelementen oder verglasten hochaktiven Abfällen aus der Wiederaufbereitung. In der Verbrennungsanlage wurden im Rahmen einer Testkampagne 496 radioaktive Abfallgebinde verarbeitet. Damit habe die verarbeitete Menge erstmals die angefallene Abfallmenge überstiegen. Die Transporte von abgebrannten Brennelementen zum ZWILAG seien ohne radiologische Verunreinigungen durchgeführt worden.

Weit unterhalb der bewilligten Limiten sind laut HSK letztes Jahr die Abgaben von radioaktiven Stoffen an die Umwelt via Abwasser und Abluft aus den Kernkraftwerken, dem PSI und dem Zwischenlager gewesen. Sie ergaben eine maximale Dosis von weniger als einem Prozent der natürlichen jährlichen Strahlenexposition. (dapd)

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