17.10.2020 06:31

«Historischer Wahlkampf»Neuseeland wählt ein neues Parlament

Zwei Wochen vor der eigentlichen Parlamentswahl durften die Wahlberechtigten in Neuseeland an unzähligen Orten ihre Stimme abgeben. Es sieht nach einem deutlichen Sieg der Labour Party aus.

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Jacinda Ardern von der Labour-Partei und ihre Herausforderin, Judith Collins von der National-Partei, standen sich  in einer von mehreren Fernsehdebatten gegenüber. (22. September 2020)

Jacinda Ardern von der Labour-Partei und ihre Herausforderin, Judith Collins von der National-Partei, standen sich in einer von mehreren Fernsehdebatten gegenüber. (22. September 2020)

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Jacinda Ardern will mit ihrem Krisenmanagement der Corona-Pandemie punkten.

Jacinda Ardern will mit ihrem Krisenmanagement der Corona-Pandemie punkten.

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Judith Collins von der konservativen Partei Nationals will Premierministerin werden.

Judith Collins von der konservativen Partei Nationals will Premierministerin werden.

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Wellington, 17. Okt (Reuters) – In Neuseeland hat die sozialdemokratische Labour Party von Ministerpräsidentin Jacinda Ardern die Parlamentswahl am Samstag ersten Ergebnissen zufolge haushoch gewonnen. Die 40-Jährige ist aller Voraussicht nach nicht mehr auf Regierungspartner angewiesen und könnte die von ihr versprochene Umgestaltung vorantreiben. Es wäre das erste Mal seit Jahrzehnten, dass in Neuseeland keine Koalition gebildet werden muss. «Neuseeland hat der Labour Party die grösste Unterstützung seit fast 50 Jahren gezeigt», sagte Ardern. Ihre Partei habe das Mandat für eine zweite Regierungszeit gewonnen.

Nach Auszählung von rund 80 Prozent der Stimmen lag Labour mit 49 Prozent uneinholbar vor der konservativen National Party von Judith Collins. Auf diese entfielen nach Angaben der Wahlkommission 27 Prozent der Stimmen. Damit war Labour auf Kurs, 64 der insgesamt 120 Sitze im Parlament und damit die absolute Mehrheit zu erringen.

Kampf für Frauenrechte und soziale Gerechtigkeit

Die Wählerinnen und Wähler würdigten Arderns strikten Umgang mit der Corona-Epidemie. Das Land mit seinen fünf Millionen Einwohnern ist im internationalen Vergleich kaum von der Seuche betroffen und verzeichnet rund 1500 Infektionen und 25 Todesfälle. Die Parlamentswahl selbst wurde im August wegen des Coronavirus um einen Monat verschoben. Mehr als die Hälfte der rund 3,5 Millionen Wahlberechtigten stimmte per Briefwahl ab.

Auch Arderns mitfühlende Reaktion auf Anschläge eines Rechtsextremisten auf zwei Moscheen im vergangenen Jahr in Christchurch sowie ihr Ausdruck der Solidarität mit den Hinterbliebenen und Opfern sowie generell mit den Muslimen im Land brachten ihr Pluspunkte bei der Bevölkerung ein. Auch international ist Ardern für ihren Kampf für soziale Gerechtigkeit und Frauenrechte bekannt.

Ardern führt derzeit eine Koalition mit der nationalistischen New Zealand First Party und den Grünen. Sollte es nicht für eine Alleinregierung von Labour reichen, dürfte Ardern wohl am ehesten mit den Grünen allein eine Koalition bilden.

(Reuters)

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27 Kommentare
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Wenatchee

17.10.2020, 09:16

Wie man sieht haben die roten apparatschiks und kahanes wieder Hochkonjunktur. Die Geschichte wiederholt sich, leider.

Zeitzeichen

17.10.2020, 09:12

Es wird einen Rechtsrutsch geben.

Kiwi

17.10.2020, 09:10

Leider schon wieder eine Mitte-Links Regierung die ein Land wirtschaftlich zerstört.