Aktualisiert 21.03.2006 16:54

New Orleans: Jetzt darf doch jeder wiederaufbauen

Die Stadt New Orleans wird jetzt doch nicht verkleinert: Alle Opfer des Hurrikans Katrina sollen ihre zerstörten Häuser wieder aufbauen dürfen.

Allerdings wird zugleich davor gewarnt, dass Stürme von der Stärke «Katrinas» neue Überflutungen in niedriger liegenden Gebieten bringen könnten. Die Bürger in diesen Regionen müssten selbst entscheiden, ob sie ein solches Risiko eingehen wollten.

Die von Bürgermeister Ray Nagin eingesetzte Kommission hatte zunächst ein zumindest mehrmonatiges Wiederaufbauverbot in besonders schwer verwüsteten und flutgefährdeten Gebieten vorgeschlagen.

Das hatte wütende Proteste bei den farbigen Bürgern ausgelöst, die hauptsächlich in diesen Regionen gewohnt haben. Sie befürchten eine «Vertreibung» aus der Stadt, in der sie bisher deutlich in der Mehrheit waren.

Nagin, selbst ein Farbiger, rückte nach den Protesten von dem Plan ab und unterstützt jetzt den neuen, der es praktisch ins Ermessen jedes Betroffenen stellt, ob er wieder aufbauen will oder nicht.

Zu den Fakten gehöre es, dass noch mindestens zwei Jahre vergehen würden, bis die Dämme ausreichend verstärkt seien, um auch den niedriger gelegenen Gebieten Schutz zu bieten. Am 22. April finden in New Orleans Bürgermeisterwahlen statt. Nagin tritt erneut an. Seine Hauptkontrahenten sind Weisse.

(sda)

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