Keine Sturmgewehre mehr: New York verschärft das Waffengesetz
Aktualisiert

Keine Sturmgewehre mehrNew York verschärft das Waffengesetz

Der Bundesstaat New York könnte schon bald das strengste Waffengesetz der USA bekommen. Sturmgewehre und Magazine mit mehr als sieben Schüssen sollen verboten werden.

Ein Waffensammler schaut sich in einem Fachgeschäft im Saratoga Springs City Center in Saratoga Springs im Bundesstaat New York Gewehre an.

Ein Waffensammler schaut sich in einem Fachgeschäft im Saratoga Springs City Center in Saratoga Springs im Bundesstaat New York Gewehre an.

Einen Monat nach dem Schulmassaker im nahen Newtown mit 20 toten Kindern hat der Bundesstaat New York ein deutlich verschärftes Waffengesetz auf den Weg gebracht. Sturmgewehre sollen in privater Hand ebenso verboten sein wie Magazine mit mehr als sieben Schuss.

Wenn das Gesetz vom Parlament in Albany angenommen wird, wird New York das schärfste Waffengesetz aller 50 Bundesstaaten haben. Schon jetzt ist New York deutlich restriktiver als fast alle anderen Bundesstaaten.

Der Gesetzentwurf des demokratischen Gouverneurs Andrew Cuomo wurde am Montagabend vom Senat des Bundesstaates mit 43 zu 18 Stimmen angenommen. Die Zustimmung des Abgeordnetenhauses galt als sicher, weil viele Demokraten und Republikaner für die Verschärfung waren.

Das Land der Feuerwaffen

Jäger nicht betroffen

Die Stadt New York ist zwar der bekannteste Teil des gleichnamigen Bundesstaates, doch ist dieser dreimal so gross wie die Schweiz und erstreckt sich 700 Kilometer weit bis zu den Niagara-Fällen und der kanadischen Grenze. In ländlichen Bereichen sind Waffen für viele selbstverständlich.

Das neue Waffenrecht soll aber keine Jäger treffen, deren typische Waffen sind nicht berührt. Stattdessen richtet sich das Gesetz gegen militärische Waffen wie die Bushmaster .223.

Gestohlene Waffen sofort melden

Das Gewehr ist ein Nachbau des M16, das seit fast 50 Jahren das Standardgewehr der US-Streitkräfte ist. Privat sind sie zwar nur als halbautomatische Waffen erlaubt, also ohne Dauerfeuer. Ein 30er-Magazin kann bei den selbst nachladenden Waffen aber innerhalb von einigen Sekunden leergeschossen werden.

Der Amokläufer von Newtown im benachbarten Bundesstaat Connecticut hatte eine Bushmaster benutzt wie auch jener Mann, der an Heiligabend im Bundesstaat New York einen Hinterhalt für Feuerwehrleute legte und zwei von ihnen erschoss.

Macht der Waffenlobby gebrochen?

Das neue Gesetz sieht das Verbot solcher Waffen vor, wenn sie zu sehr militärischen Standards entsprechen. Zudem wird die Magazingrösse auf sieben Schuss begrenzt, bisher waren es in New York allerdings auch schon nur zehn.

Ferner müssen die Waffen sicher verwahrt werden und gestohlene innerhalb von 24 Stunden gemeldet werden. Die «New York Daily News» feierten den Gesetzentwurf «als Schritt an die Spitze der Nation». Jetzt würden auch andere Bundesstaaten nachziehen, weil die Macht der Waffenlobby gebrochen sei. (sda)

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