Ungewohnte Aussichten: New York will die Niagara-Fälle trockenlegen
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Ungewohnte AussichtenNew York will die Niagara-Fälle trockenlegen

Um zwei Brücken zu renovieren, soll den amerikanischen Niagarafällen das Wasser abgedreht werden. Das hat es bisher erst einmal gegeben.

von
jcg

Die Niagarafälle sind nicht die grössten der Welt, sicher aber die berühmtesten. Millionen von Touristen haben das Naturwunder im Grenzgebiet des US-Bundestaates New York und der kanadischen Provinz Ontario schon aus nächster Nähe betrachtet und die tosenden Wassermassen bestaunt. Damit könnte bald Schluss sein – zumindest auf amerikanischer Seite.

Die Niagarafälle werden aus zwei separaten Fällen gebildet: dem Horseshoe Fall auf der Staatsgrenze und den American Falls, die komplett auf US-Gebiet liegen. Zwischen den Fällen liegt die Grüne Insel. Von der US-Seite ist sie über zwei Fussgängerbrücken erschlossen.

Kosten von 37 Millionen

Diese sind mehr als 100 Jahre alt und müssen dringend renoviert werden. Um die Sicherheit der Arbeiter zu gewährleisten, müssen dafür die American Falls für einige Monate trockengelegt werden. Das Wasser soll während der Arbeiten über den Horseshoe Fall umgeleitet werden. Die Nationalparkbehörde des Bundesstaats New York veranschlagt die Kosten für die Trockenlegung mit 37 Millionen Dollar.

Noch ist nichts entschieden und die Finanzierung ungesichert, doch sollte die Behörde grünes Licht bekommen, wäre es erst das zweite Mal, dass die American Falls trockengelegt werden. Im 1969 war es schon einmal so weit. Die Fälle waren für fünf Monate trocken.

«Riesengelegenheit»

Damals wurde das Gelände geologisch untersucht und Beton in den Fels gedrückt, um die Erosion zu stoppen. Diese hatte 1954 einen Felssturz ausgelöst, der eine riesige Geröllhalde unterhalb der American Falls hinterliess. Entgegen den ursprünglichen Plänen räumte man diese 1969 aber nicht weg. Man hatte erkannt, dass sie eine wichtige Stützfunktion übernimmt.

Der örtlichen Tourismusbehörde käme eine erneute Trockenlegung durchaus gelegen. John Pearcy, CEO der Niagara Tourism and Convention Corporation, erklärte laut «Guardian» an einer öffentlichen Anhörung: «Das ist eine Riesengelegenheit. Die Trockenlegung würde weltweite Aufmerksamkeit erzeugen.»

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